Fangemeinschaft will alten Namen wieder

Waldstadion statt Arena? Lotto-Gewinn soll’s richten

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Die eingefleischten Fans von Eintracht Frankfurt würde es sicher freuen: Die Eintracht-Fanve reinigung Nordwestkurve  will die Commerzbank Arena wieder in Waldstadion umtaufen. Das Geld dafür soll im Lotto gewonnen werden

Frankfurt - Eine Interessenvertretung  verschiedener Fangruppen  von Eintracht Frankfurt will das Stadion wieder in Waldstadion umbenennen. Um das Geld dafür aufzubringen, wollen die Mitglieder gemeinsam Lotto  spielen. Von Dirk Beutel

Sie meinen es ernst. Was sich nach Stammtischparolen anhört, will die Nordwestkurve Frankfurt, eine Interessenvertretung verschiedener Eintracht-Frankfurt-Fangruppen, in die Tat umsetzen: Sie wollen den Namen Waldstadion zurückkaufen. Das Geld dafür wollen die Mitglieder im Lotto gewinnen. „Der Stadionname ist für uns ein grundsätzliches Thema. Und weil die Namensrechte  2015 auslaufen, wollen wir uns mit an den Verhandlungstisch setzen“, sagt Johannes Rapp, einer der Rats-Sprecher: „Wir setzen uns für die Identität des Vereins und eben auch der des Stadions ein. Wir wollen nicht, dass es in Frankfurt so wird wie in Hamburg, wo man gar nicht mehr weiß, wie das Stadion gerade wieder heißt. Wenn alle paar Jahre der Name wechselt, geht damit ein Stück Verbundenheit verloren. Aber in Fankreisen spricht man sowieso nur vom Waldstadion. Der Name Commerzbank-Arena  hat sich nie durchgesetzt.“

Gemeinsam Lotto spielen an der Bockenheimer Warte

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Für ihren Plan brauchen die Fans Geld. Und damit die Idee vom Millionengewinn im Lotto funktionieren soll, versucht die Fanvereinigung am Samstag, 13. September, dem Tag vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg, um 16 Uhr an der Bockenheimer Warte, so viele Anhänger wie möglich zum gemeinsamen Spielen zu animieren.
„Wir wollen erstmal nur an diesem einen Tag spielen und schauen was dabei herauskommt“, sagt Rapp, der auf ein paar hundert Sympathisanten an diesem Tag hofft. Jeder noch so kleine Gewinn soll dann in einen Pott zusammengeworfen werden. Wenn tatsächlich der erhoffte Millionengewinn dabei sein sollte, würde man sich umgehend mit der Stadt Frankfurt  an den Verhandlungstisch setzen.

Plan B ist die Unterstützung der Nachwuchsarbeit

Dass man sie nicht ernst nehmen könnte, glaubt Rapp nicht. „Natürlich lässt sich die Kommerzialisierung nicht zurückdrehen, aber wir wollen das Bewusstsein dafür schaffen und auf das Thema Vereins-Identität aufmerksam machen.“ Laut Rapp wäre es auch denkbar, den Stadionnamen  auch nur für ein Heimspiel oder eine Saison zu kaufen. 2005 sicherte sich die Commerzbank die Namensrechte für zehn Jahre. Das ließ sich die Bank seinerzeit 25 Millionen Euro kosten. Kaum vorstellbar, dass die Neuvergabe  des Stadionnamens billiger zu bekommen sein wird. Aber selbst, wenn es nichts mit der Namensänderung wird, liegt bereits ein Plan B in der Schublade der Fans. Rapp: „Wenn wir nicht genug gewinnen, spenden wir das Geld der Nachwuchsförderung  der Frankfurter Eintracht.“

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