Wagners Stimme gibt auch mit 75 noch kräftig Gas

Alice und Botho Wagner mit dem aktuellen Kartmesse-Plakat.

Obertshausen/Offenbach – Lange bevor die Formel-Eins-Experten Heiko Waßer und Christian Danner die Fahrmanöver von Sebastian Vettel kommentierten, hat es der Botho Wagner aus Obertshausen schon getan. Er gilt als die Stimme des deutschen Kartsports. Von Norman Körtge

Motorsport gehört seit vielen Jahrzehnten zum Leben von Botho Wagner. Als junger Mann fuhr der heute 75-jährige Obertshausener zunächst Motorradrennen. In den fünfziger Jahren nahm er auch an dem über die lokalen Grenzen hinaus bekannte Rennen „Rund um den grünen See“ in Mühlheim-Dietesheim teil. Doch seine Leidenschaft sollte bald bereits einem anderem rasanten Gefährt gehören.

„Da gibt es etwas Neues aus den USA, Go-Kart genannt“, hatte ihm ein Bekannter berichtet und damit Wagners Neugier nach den kleinen, spartanisch wirkenden, aber mit viel PS ausgestatteten Flitzern geweckt. So kam es, dass er beim ersten offiziell genehmigten Kartrennen in Deutschland, 1960 in einer US-Kaserne in Wiesbaden, als Schrauber dabei war. Ein Jahr später saß er dann bereits selbst hinter dem Steuer.

1971 Vize-Europameister


„Der Kampf Mann gegen Mann, Rad an Rad auf engster Distanz bei hoher Geschwindigkeit – das hat mich so fasziniert“, berichtet Wagner. Aber vor allem fährt der Obertshausener schnell. 1971 schließlich sein größter Erfolg: Wagner wird Vize-Europameister. Ein Jahr später hört er nach einem tödlichen Rennunfall eines Teamkollegen mit dem aktiven Kartsport auf.

Botho Wagner rast 1971 zur Vize-Europameisterschaft im Kartsport.

Doch dem Sport bleibt Wagner erhalten. Zum einen als Journalist, aber vor allem als Streckensprecher. Bei 15 bis 20 Rennen pro Saison ist er mit von der Partie und ist damit die Stimme des Kartsports. „Ich kenne fast jeden aktuellen Formel-Eins-Fahrer persönlich. Sie alle sind im Kartsport groß geworden“, berichtet der 75-Jährige. „Wegen seinem vielen Wissen über die Fahrer bezeichnen ihn viele auch als das wandelnde Kart-Lexikon“, erzählt seine Frau Alice, die die Leidenschaft zum Motorsport teilt und darüber hinaus Chefin einer Veranstaltungsagentur ist.

Und diese Kombination macht dann auch den Erfolg der Kart-Messe aus, die 1993 in der Mühlheimer Willy-Brandt-Halle ihren Anfang nahm.

Mittlerweile ist die größte Kart-Messe weltweit in die Offenbacher Messehallen umgezogen. „Wer sich über den aktuellen Stand der Technik informieren oder einfach mal in den Sport hineinschnuppern will, kommt an uns nicht vorbei“, meint Wagner, der auch mit seinen 75 Jahren scheinbar auf der Überholspur lebt, aber nach eigenen Aussagen nie abgehoben ist.

10.000 bis 15.000 Besucher


Mit 10.000 bis 15.000 Besuchern rechnen die beiden Wagners am Samstag, 22., und Sonntag, 23. Januar, wenn die acht großen Messehallen öffnen. Unterstützt werden sie bei der Herausforderung von Tochter Petra Fuchsberger und Enkel Marcel, die beide im Kartsport aktiv sind.

An den beiden Tagen präsentieren 500 Hersteller aus 25 Ländern ihre Produkte und mehrere Rennsimulatoren vermitteln ein echtes Renngefühl. Auch der ein oder andere prominente DTM- oder Formel-Eins-Fahrer wird sich an den Ständen seiner Sponsoren blicken lassen. Mehr Informationen zur 19. IKA-Kart2000 gibt‘s unter www.kartmesse.de.

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