Drei Mütter in Sorge

Vorwurf: Hygienemängel in der Höchster Kinderklinik

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Großes Geschrei um Sauberkeit im Klinikum Höchst. 

Frankfurt – Dreckig und verkeimt: Drei Mütter erheben schwere Vorwürfe gegen die Höchster Kinderklinik. Von Angelika Pöppel

Weil ihr drei Monate alter Sohn an einem Harnwegsinfekt leidet, schickt der Hausarzt die 27-jährige Mutter aus Frankfurt in die Kinderklinik des Klinikums Höchst. Tag und Nacht bleibt Maria Schmidt (Name geändert) an der Seite ihres Sohnes und ist schockiert über die Zustände in der Kinderklinik. „Ich bin nicht pingelig, aber in einem Krankenhaus erwarte ich Sauberkeit“, stellt die junge Mutter klar. Das Badezimmer, dass sich die Patienten teilen, ist auf den ersten Blick sauber. Doch als die Frankfurterin eine Schranktür öffnet, trifft sie fast der Schlag. „Die Tür und der Boden waren völlig verdreckt, es war einfach nur ekelig“, sagt sie. Doch das Klinik-Personal reagierte nicht.

Zimmer nicht gereinigt

Eine andere Mutter berichtet, wie sie mit ihrem Kind in ein Einzelzimmer verlegt wurde, weil ihr Sohn an einem ansteckenden Durchfall-Virus leidet. „Das Zimmer ist

Diese dreckige Entdeckung machte eine Mutter im Badezimmer der Kinderklinik.

nicht gereinigt worden. Das Badezimmer war voller Urin – das kann doch nicht sein! Hier kommen nur Kinder mit ansteckenden Krankheiten hin“, erzählt die Mutter aufgebracht. Dazu kam: Im Badezimmer kam nur eiskaltes Wasser aus der Leitung.

Auf Nachfrage beim Klinikum erklärt Pressesprecherin Petra Fleischer:„Im Gebäude der Kinderklinik gab es zu diesem Zeitpunkt Umbauten an der Wasserleitung und dies kann zeitweise Einfluss auf die Zirkulation haben. Ein Umstand, den wir sehr bedauern, der aber technisch erforderlich ist.“ Die Hygienemängel wurden nicht bestätigt. „Patientenzimmer werden mindestens einmal täglich, in der Regel vormittags, gereinigt“, heißt es von der Pressestelle.

Hände nicht desinfiziert

Doch auch Nicole Bauer (Name geändert) aus Frankfurt, die einige Tage mit ihrem Kind auf der Station verbrachte, untermauert die Vorwürfe: „Die Schwestern rennen von einem ins andere Zimmer und desinfizieren sich nicht die Hände, tragen keinen Mundschutz. Andere Schwestern haben mir bestätigt, dass das verboten ist.“ Auch sie sorge sich dabei vor allem, weil viele Kinder mit ansteckenden Krankheiten behandelt werden. Und auch sie musste ein Zimmer beziehen, dass anscheinend nicht ausreichend gereinigt wurde. „Da waren sogar noch Kaffeeflecken auf dem Tisch,“ sagt sie und fügt hinzu: „Da fehlt es definitiv an Personal.“

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