Nach schweren Vorwürfen

Tierheim Münster: Heimleiterin Ursula Schuster entlassen

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Heimleiterin Ursula Schuster.

Münster – Jetzt also doch! Für Ursula Schuster sind die Tage als Leiterin des Kreistierheimes in Münster gezählt. Nach langen Querelen und Klagen von Ex-Mitarbeitern hat der Vorstand der Tierheim-Chefin die Papiere in die Hand gedrückt. Von Jens Dörr

Das Kreistierheim Münster bekommt eine neue Leiterin: Der Trägerverein der Herberge für Hunde, Katzen und Nager, die von elf Städten und Gemeinden des Altkreises Dieburg sowie der Stadt Rödermark finanziert wird, trennt sich in wenigen Wochen von seiner Chefin Ursula Schuster. Zudem hat der Verein nun die zuletzt freie Stelle des Vorsitzenden neu besetzt. Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, teilte mit, der Vorstand habe die Kündigung des Arbeitsvertrags mit Schuster veranlassen müssen. Zu den näheren Umständen äußerte sich Helfmann auch auf Nachfrage nicht. Er schloss aus, dass die Kündigung im Zusammenhang mit den Vorwürfen einer Gruppe von Ex-Mitarbeiterinnen und Tierschützerinnen stehe, die diese 2013 und 2014 erhoben hatten. Der EXTRA TIPP berichtete mehrfach.

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Damals setzten sich die Verantwortlichen mit den Klagen der ehemaligen festen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen intensiv auseinander und mit ihnen an einen Tisch. Dabei ging es – neben einigem anderen – um eine auf dem gleichen Gelände betriebene Hundezucht Schusters. Die Leiterin bestritt die Vorwürfe und gab als Grund für die teils heftigen Angriffe auf sie einen „persönlichen Rachefeldzug“ an.

Letztlich wurde zunächst ein Mini-Konsens erzielt, in dessen Anschluss es einige Zeit ruhig blieb, ehe die Tierschützerinnen erneut – weitgehend identische – Vorwürfe erhoben. Dies fand allerdings ein geringeres Echo. Auch in dieser Phase vor rund einem Jahr stellte sich der Tierheim-Vorstand vor Schuster, die im Amt blieb. Die Leiterin selbst versuchte bereits einige Monate zuvor bei einem Presserundgang glaubhaft zu machen, einen soliden, angemessenen Umgang mit den Tieren zu pflegen.

Nun endet das Kapitel Schuster im Tierheim im Münsterer Ortsteil Breitefeld doch. Bis Ende Mai ist sie offiziell noch im Dienst, laut Auskunft Helfmanns derzeit aber krankgeschrieben. Als Interimsleiterin fungiert vorerst Schusters Stellvertreterin Jacqueline Lehmann. In wenigen Wochen soll die Stelle der Leiterin erneut ausgeschrieben werden. Helfmann rechnet mit einer herausfordernden Suche nach der Nachfolgerin: „Sie muss in erster Linie mit Tieren umgehen können, aber auch Verwaltungstätigkeiten beherrschen und Qualitäten in der Mitarbeiterführung mitbringen“, skizziert er die Erwartungen des Vorstands.

Neue Heimleiterin gesucht!

Eben dieser Vorstand hat seit der vor wenigen Tagen abgehaltenen Jahreshauptversammlung wieder einen regulären Vorsitzenden: Münsters neuer Bürgermeister Gerald Frank hat das Amt praktisch von seinem Vorgänger Blank übernommen, war auch schon in den Sitzungen der vergangenen sechs Monate anwesend.

Blank, dem auf der Versammlung für seinen kontinuierlichen Einsatz gedankt wurde, hatte das Ehrenamt von 1998 bis 2006 als stellvertretender Vorsitzender und von 2006 bis 2014 als Vorsitzender ausgeübt.

Mit Blick auf die Finanzen gilt weiterhin, dass sich das Kreistierheim vor allem aus den öffentlichen Mitteln finanziert. 81 Prozent des Haushalts steuern die zwölf Städte und Gemeinden bei, die pro Einwohner und Jahr einen mittleren zweistelligen Centbetrag entrichten.

Im Tierheim warten derzeit 16 Hunde (darunter Achtlingswelpen) und acht Katzen auf einen neuen Besitzer.

Weitere Informationen zu den Tieren sind unter anderem telefonisch erhältlich bei Jacqueline Lehmann unter der Telefonnummer (O6071) 3944390.

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