Was wissen Sie? Hier geht´s zum Quiz

Bad Homburgs größter Fan: Zeitreise zu Kaiser Wilhelm II.

+
Familienbild vor dem Bad Homburger Schloss am Haupteingang von der Dorotheenstraße aus dem Jahre 1901: Kaiser Wilhelm II. mit Kaiserin Auguste Viktoria und ihren vier Söhnen (von links) Prinz Adalbert, Prinz August Wilhelm, Prinz Joachim, und Prinz Eitel Friedrich

Bad Homburg  – Er war Deutschlands letzter Kaiser. Wilhelm II. führte das Land vor 100 Jahren in den Ersten Weltkrieg  und flüchtete vier Jahre später ins Exil. Jetzt beleuchten namhafte Experten der aktuellen Debatte den Machtmenschen und dessen Zeit. Von Dirk Beutel 

Er war nicht weniger exzentrisch als andere europäische Herrscher zu seiner Zeit. Trotzdem ist die Rolle Kaiser Wilhelms II. – sein Wirken und seine widersprüchliche Person – eine besondere. Er war einer der mächtigsten Männer Europas. Er führte Deutschland in den Ersten Weltkrieg. 1918 war er nur noch auf der Flucht und wählte das Exil. Aber wie viel Macht hatte Wilhelm II. tatsächlich? Hatte das deutsche Kaiserreich die hauptsächliche Schuld am Krieg oder handelte es sich doch um ein komplexes Wirrwarr verschiedener Kriegsgründe?

Keine Weltkriegsvorlesung

Diese und andere aktuelle Fragen zum Ersten Weltkrieg sowie der wilhelminischen Lebenswelt, des Kaisers Kunst- oder Religionspolitik und Wilhelms besonderer Beziehung zu Bad Homburg diskutieren vier Historiker und zehn weitere namhafte Experten in der neuen Vortragsreihe „Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit“. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges vom Forschungskolleg Humanwissenschaften und der Staatlichen Schösser und Gärten.

Die Reihe beginnt am Dienstag, 27. Mai, mit dem Vortrag von Christopher M. Clark „Europäische Außenpolitik am Vorabend des Ersten Weltkriegs und die Rolle Kaiser Wilhelms II.“. Die weiteren Veranstaltungen sind unter www.schloesser-hessen.dezu finden und starten alle jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

„Es handelt sich dabei nicht um noch eine Weltkriegsvorlesung“, sagt Andreas Fahrmeir, wissenschaftlicher Koordinator am Historischen Kolleg am Forschungsinstitut Humanwissenschaften: „Vielmehr geht es darum, ein Bild in den damaligen historischen Zusammenhängen zu zeichen.“ Darunter fallen Aspekte, wie etwa die zerrissene Gesellschaft, die unnötige politische Aggression nach außen oder die boomende Wirtschaft. „Wenn man die Exportzahlen von Großbritannien und Deutschland in der ersten Hälfte von 1914 vergleicht, erkennt man, dass Deutschland die Zahlen der Briten erreicht hatte. Das wurde als Bedrohung empfunden“, erklärt Friedl Brunckhorst, die für die fachliche Betreuung der Museumsschlösser und Sammlungsstätten in Hessen zuständig ist. Weitere Themen: Chancen und Scheitern des Medienkaisers, die Entwicklung der Architektur von 1888 bis 1918, Wilhelminische Erinnerungsorte in Bad Homburg und die Hofgesellschaft unter Deutschlands letztem Kaiser. „Am Ende der Reihe wird kein einheitliches Bild entstehen. Schließlich sollen sich die Zuschauer auch ihre eigene Meinung bilden und in die Diskussion mit einsteigen“, sagt Karl Weber, Direktor der Staatlichen Schlösser und Gärten.

Passend zu dieser Vortragsreihe fragt der EXTRA TIPP seine Leser:

Wie gut kennen Sie Deutschlands letzten Kaiser?

Hier geht es zum Quiz

Wie gut kennen Sie Deutschlands letzten Kaiser?

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare