Cowboy- und Trapper-Freunde bei Vorderlader-Treffen

Wilder Westen in Klein-Umstadt

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Teilnehmer des Vorderlader-Treffens, das ab dem 29. Mai in Klein-Umstadt gefeiert wird.

Region Rhein-Main – Goldrausch, Lagerfeuer, Planwagen: Wenn in Klein-Umstadt wieder Schwarzpulver in die Gewehrläufe rieselt und mehrere dutzend Indiander-Tipis und Militär-Zelte aufgestellt sind, wird in Klein-Umstadt die Zeit um knapp 200 Jahre zurück gedreht. Von Dirk Beutel 

Denn beim Vorderlader-Treffen, das in diesem Jahr zum 16. Mal vom Schützenclub Klein-Umstadt organisiert und gefeiert wird, geht es nicht nur ums Schießen mit historischen Waffen – viele der Cowboy- und Trapper-Freunde fasziniert vor allem das traditionelle Lagerleben.

Der Umgang unter den gleichgesinnten Nachwuchs-Trappern ist freundlich, leger, die Atmosphäre wildromantisch. Das Besondere: Zelte, Kleidung, Öfen, Tische und Stühle, Pfeile und Bogen – alles ist selbstgemacht. Sogar die Munition für die Vorderlader-Gewehre. Zumindest bei den meisten Teilnehmern. Authentisch ist schön und erwünscht, aber keine Pflicht. Deshalb werden sogar motorisierte Blech-Tipis, wie Organisator und Lager-Chef Jörg Knöll sie nennt, geduldet. „Wer aber wie ich einen schlimmen Rücken hat, der freut sich über ein weiches Bett in einem Wohnmobil“, sagt Knöll mit einem Lächeln. Er selbst ist seit über 30 Jahren in der Szene dabei.

Kanonen- und Revolver-Schützen

Ob Landwaffen oder Revolver – er hatte sie alle, ob als Original oder Replikat, also als Neubau. Geschossen wird ausschließlich auf Scheiben, aus 25, 50 und 100 Meter Entfernung, gemäß der Sportordnung des Deutschen Schützenbundes. Dabei gibt es auch die mobile Variante: „Es wird auch auf bewegliche Ziele geschossen, meist sind diese dann in Form eines Keilers“, sagt Knöll. Gezielt wird aus dem Stand oder aus dem Sattel. Aber auch historische Artillerie darf beim Vorderlader-Treffen nicht fehlen, allerdings richten die Kanonen-Schützen keine Wettbewerbe aus. Sehenswert sind sie dafür umso mehr. Darunter eine Augenweide für Fans: Die größte selbstgebaute Kanone, die es in Deutschland gibt.

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