Von Bademantel bis Minibar

Kurios! Das klauen Gäste in Hotels

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Region Rhein-Main – Bei Handtüchern, Seife und Shampoo vergessen viele ihre gute Schule und lassen das Hoteleigentum im Koffer verschwinden. Doch mancher Gast hat es auf viel größere Mitbringsel abgesehen. Von Ronny Paul 

Handtuch und Bademantel sind schnell und unauffällig im Koffer verstaut, Seife und Shampoo passen locker in den Kulturbeutel. Doch wie schafft es ein Gast, eine komplette Minibar aus einem Hotelzimmer verschwinden zu lassen, oder ein Rudergerät aus dem Fitnessbereich? Diese Frage stellt sich nicht nur der Hotelier. „Die Liste der dreisten Hoteldiebstähle ist lang und zum Teil äußerst kurios“, sagt Christina Bathmann, Sprecherin von Travelzoo. Das Internetreiseportal hat bei hundert Hoteliers in Deutschland nachgefragt, was die häufigsten und kuriosesten Diebstähle in Hotels sind. Erstaunlich, dass mehr als die Hälfte der befragten Hoteliers es schon einmal mit einem besonders dreisten Diebstahl zu tun hatte. Die Liste ist lang: Lautsprecher, teure Perser-Teppiche, Spiegel, Kaffeemaschinen oder Gemälde. „Ungewöhnlicherweise wurden auch schon Kopfkissen eingepackt“, sagt Viktoria Moutschka, Sprecherin des Kempinski Frankfurt. Auch Fernseher sind beliebte Souveniers bei Hotelgästen.

Gäste können nicht kontrolliert werden

Doch viel häufiger werden kleine Gegenstände einfach mal eingesteckt, es scheint fast, als wäre das Einstecken kleiner Accessoires ein Volkssport: „Beliebt sind Shampoos, Seifen, Duschgels und Nähsets. Auch Bademäntel sind bei uns, wie überall begehrt“, berichtet Moutschka. „Wir können nicht verhindern, dass Gäste die ein oder andere Sache aus dem Zimmer mitnehmen. Wir wollen sie ja nicht kontrollieren.“ Mittlerweile sind viele Gegenstände fest in den Hotelzimmern installiert: „Fernseher und Haartrockner sind an die Wand geschraubt und nur schwer zu entwenden“, sagt Nadine Fußmann vom Maritim-Hotel in Bad Homburg. In ihrem Hotel würden weniger Bademäntel geklaut: „Vielmehr fehlen oft Handtücher, Kugelschreiber und Broschüren im Zimmer.“ Linda Bötzow vom Offenbacher Sheraton bestätigt nur „kleine Diebstähle“ ihrer Kunden: „Bei uns fehlen öfters mal Shampoo-Flaschen und Bademäntel.“

Im Goldman 25Hours  in Frankfurt stiebitzen wohl eher belesene Gäste: „In unseren Zimmern liegen Design-Hotel-Bücher aus. Die fehlen sehr oft“, sagt Rezeptionistin Johanna Beck. Gegen den Shampoo-Klau hat sich das Hotel in der Hanauer Landstraße schon gewappnet: Es stehen nur noch in 500 Milliliter-Flaschen Duschgel und Shampoo in den Zimmern, die bei Bedarf aufgefüllt werden: „So sparen wir Kosten und schonen die Umwelt“, begründet Beck. Auch das Kempinski hat einen Weg gefunden, Gäste ans Hoteleigentum zu erinnern: „In den Bademänteln stecken kleine Kärtchen, auf denen wir dem Gast mitteilen, dass er den Mantel auch gerne erwerben kann, wenn er gefällt“, so Moutschka.

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