Mitarbeiter haben sich "mehr erhofft"

Arbeitsplatz-Verlegung bei Vodafone: Betriebsrat rettet 45 Jobs

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Immer wieder haben Beschäftigte des Telekommunikationsunternehmens Vodafone in Eschborn gegen die Verlagerung ihrer Arbeitsplätze demonstriert.

Eschborn – Etwa 360 Vodafone-Mitarbeiter sollten nach Düsseldorf verlegt werden. Wer nicht mitmacht, verliert seinen Job. Nach mehreren Demonstrationen, unter anderen auch vor der Zentrale in England, kam es jetzt zu den entscheidenden Verhandlungen. Von Dirk Beutel

Es konnten nur 45 Jobs gerettet werden, dennoch sind die Mitarbeiter erleichtert.

Leichtes Aufatmen in der Jobkrise beim Mobilfunkanbieter Vodafone in Eschborn. Nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, etwa 360 Jobs nach Düsseldorf zu verlegen, regte sich kollektiver Widerstand in der Belegschaft. Kein Wunder: Schließlich schreibt Vodafone schwarze Zahlen.

45 Arbeitsplätze aus dem Bereich Technik gewonnen

Immerhin: Nach harten Verhandlungen hat der Betriebsrat 45 Arbeitsplätze aus dem Bereich Technik gewonnen. Nicht genug, wenn es nach dem Vodafone-Betriebsratsvorsitzenden Lars Kreer geht: „Wir haben uns mehr erhofft. Aber im Laufe der Verhandlungen haben wir uns dieser Zahl angenähert.“ Vor allem stört Kreer, dass er keine sichere Zusage von Vodafone erreichen konnte, um künftig weitere Mitarbeiter vor weiteren Abbaumaßnahmen zu schützen. „Wenn man aber die Umstände berücksichtigt und dass wir alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, muss ich zufrieden sein.“

Erleichterung bei Mitarbeitern

Dennoch beobachtet Kreer eine Erleichterung unter den Kollegen. „Endlich herrscht Klarheit über die Konditionen für die betroffenen Kollegen. Je nachdem wie sie sich entscheiden.“ Denn immerhin müssen sich immer noch 294 Menschen überlegen, wie sie die Verlagerung so schmerzfrei wie möglich verkraften, denn die meisten haben ihren Lebensmittelpunkt im Rhein-Main-Gebiet. Der Betriebsrat hat aber auch für die versetzten Kollegen Erleichterungen ausgehandelt. Darunter flexiblere Arbeitszeiten und Einmalzahlungen für Mitarbeiter, die sich entschließen komplett umzuziehen. So sollen etwa einer vierköpfigen Familie mit 21.000 Euro der Wechsel nach Düsseldorf schmackhaft gemacht werden. Aber Kreer ist realistisch: „Das klingt nach viel Geld, aber so ein Umzug kann wesentlich teurer kommen.“ Auf jeden Fall konnte der Betriebsrat einen Werkzeugkasten für jede individuelle Lebenssituation herausholen.

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Aber es gibt auch andere Schicksale. Etwa 80 Mitarbeiter wollten nicht das Ende der Verhandlungen abwarten, haben ihr Glück in die Hände genommen und sich um eine anderen Arbeitsstelle gekümmert. „Und das in einem halben Jahr“, sagt Kreer.

Dabei müssen die Betroffenen sich nicht sofort entscheiden, ob sie pendeln oder doch lieber nach Düsseldorf ziehen wollen. Stichtag ist der 1. Dezember. Dazu gehöre die Möglichkeit sich doch nach einem anderen Arbeitgeber umzusehen. Auch für diesen Fall wurde eine Abfindung ausgehandelt.

Einsatz habe sich gelohnt

Vodafone-Betriebsratsvorsitzenden Lars Kreer.

Ein nicht unwesentlicher Wendepunkt für die Gesprächsbereitschaft von Vodafone könnte die Demos vor der Zentrale in England gewesen sein. 40 Kollegenaus England schlossen sich 25 Eschbornern an. „Wir wollten dorthin, wo der Elfenbeinturm steht“, sagt Kreer. Die Geschäftsleitung gab sich gesprächsbereit und kooperativ. „Trotzdem kann es dem Unternehmen nicht gefallen haben, wenn auf einmal deutsche Vodafone-Mitarbeiter in England vor ihrer Haustüre stehen.“

Es sei zwar kein messbarer Erfolg gewesen, doch Kreer glaubt, dass sich der Einsatz gelohnt hat.

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