Einbruchswelle

Taunus: Starke Zunahme bei Wohnungseinbrüchen

+
Einbrecher fackeln nicht lange: Sie haben einen Blick dafür, wo man schnell und einfach einsteigen kann.

Taunus – Überfallen, beraubt, beklaut – der Taunus wird wieder von einer Einbruchswelle heimgesucht. Trotz massiver Aufklärungsarbeit der Polizei ist es offenbar der Leichtsinn, der den Dieben Tür und Tor öffnet. Von Dirk Beutel 

Einbruchsparadies Taunus – das Jahr ist kaum drei Wochen alt, da verzeichnet die Polizei auffällig viele Wohnungseinbrüche, vor allem in Eschborn, Schwalbach und Hofheim. Auch der Hochtaunuskreis ist betroffen. Und das, obwohl die Polizei mit ihrer Aufklärungsarbeit im Taunus führend ist. Scheint aber nicht viel zu nutzen. Denn neben der dunklen Jahreszeit spielen den Einbrechern immer wieder zwei Dinge in die Hände:

Die veraltete Ausstattung der Häuser. „Viele Fenster und Türen sind bis zu 30 Jahre alt und schwach gesichert. Für einen Einbrecher überhaupt kein Problem, da durchzukommen“, sagt Peter Nicolay, Geschäftsführer des Präventionsrates des Main-Taunus-Kreises. „Viele denken, dass Einbrecher ihre Ziele großartig ausbaldowern, aber das ist gar nicht so. Die haben eine Blick dafür, wo was geht. Und wenn die nicht in drei Minuten drin sind, dann versuchen sie´s im Nachbarhaus.“

Lesen Sie auch:

Albtraum Einbruch: Die Illusion sicher zu sein

Ebenfalls ein großer Fehler, den die Diebe ausnutzen: Leichtsinnigkeit. Nach dem Motto „Mir wird schon nichts passieren“ schleichen sich viele Fahrlässigkeiten ein. Der Schlüssel wird mal kurz in der Wohnungstür stecken gelassen. Obwohl man den ganzen Tag unterwegs ist, bleibt das Fenster oder die Terrassentür im Erdgeschoss gekippt. Leitern, Gartenmöbel, Kisten, Mülltonnen, Rankgerüste werden schnell als Kletterhilfe für das offene Fenster im ersten Stock missbraucht. „Die Nachlässigkeit mancher Leute ist mannigfaltig“, sagt Nicolay.

Die Polizei ist auf den Einbruchs-Boom vorbereitet, hat eine Tatortgruppe für Wohnungseinbrüche zusammengestellt. „Sie wird immer in der dunklen Jahreszeit zwischen Oktober und März eingerichtet“, sagt Hauptkommissar Andreas Dicke vom Polizeipräsidium Westhessen. Ein eindeutiges Täterprofil gebe es bei Wohnungseinbrüchen nicht: „Das verläuft querbeet. Vom Jugendlichen bis zum Intensivtäter.“ Organisierte Verbrecher kann der Ermittler hingegen ausschließen. „Meist handelt es sich um Einzeltäter.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare