Lernen mit Geld umzugehen

Gehaltspoker: So viel Taschengeld empfehlen Experten

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Region Rhein-Main – Kinder sollen früh lernen, richtig mit Geld umzugehen. Doch wie viel sollen Eltern ihren Kindern zahlen? Worauf sollen sie achten und welche Fehler vermeiden? Von Oliver Haas

Es ist nicht gesetzlich geregelt, wie viel Taschengeld Eltern ihren Kindern auszahlen sollen. Das ist einzig allein Sache der Erziehungsberechtigten. Trotzdem gibt es Empfehlungen, was Kindern in welchem Alter und in welcher Regelmäßigkeit gezahlt werden soll (siehe Infokasten). Wenn Kinder früh Taschengeld erhalten, üben sie den Umgang mit Geld. Dadurch lernen sie, den Wert von Dingen einzuschätzen und Geld einzuteilen. Ein Nebeneffekt dabei ist, dass Kinder so auch das Kopfrechnen regelmäßig üben. „Aus der Schuldnerberatung wissen wir, dass häufig auch Erwachsene von ihren Wünschen mitgerissen werden. Sie kriegen es nicht hin, Konsumverhalten und finanzielle Möglichkeiten in Einklang zu bringen. Mit einem angemessenen Taschengeld können Kinder ausprobieren und lernen: Was will ich wirklich und was bin ich bereit dafür zu geben“, sagt Fritz Besant, Mitarbeiter einer städtischen Erziehungsberatungsstelle in Frankfurt. Doch es gibt noch mehr zu beachten, wenn es um den schnöden Mammon für die Kleinen geht.

„Taschengeld eignet sich nicht als Belohnung oder Bestrafung. Da gibt es bessere Möglichkeiten. Mit dem Satz: ‚Du kriegst erst Taschengeld, wenn du wieder lieb bist’ fördern Eltern nicht die Selbstständigkeit ihrer Kinder, sondern ihre Unaufrichtigkeit“, erklärt Besant. Als Ausnahme sieht er den Fall, wenn es einen mutwilligen materiellen Schaden gegeben hat, so dass sich das Kind mit seinem Taschengeld an der Wiedergutmachung beteiligen kann.

Das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt zudem, dass Jugendlichen zum Taschengeld zusätzlich ein festgelegtes Budgetgeld zur Verfügung gestellt werden soll. Das bedeutet, dass Taschengeld weiterhin zur freien Verfügung steht, aber ein Budgetgeld für notwendige Ausgaben, wie etwa Kleidung, genutzt werden solle. Besant begrüßt dies: „Das Budgetgeld für ältere Jugendliche ist eine gute Sache. Wegen der höheren Beträge sollte man es als Eltern anfänglich gut im Auge behalten. Wenn es klappt, ist es für Eltern wie für Jugendliche sehr entlastend.

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) aktualisiert regelmäßig die Taschengeldempfehlungen.

So lautet die Empfehlung

4 bis 5 Jahre = 50 Cent pro Woche

6 bis 7 Jahre = 1,50 bis 2 Euro pro Woche

8 bis 9 Jahre = 2 bis 3 Euro pro Woche

10 bis 11 Jahre = 13 bis 16 Euro monatlich

12 bis 13 Jahre = 20 bis 22 Euro monatlich

14 bis 15 Jahre = 25 bis 30 Euro monatlich

16 bis 17 Jahre = 35 bis 45 Euro monatlich

18 Jahre = 70 Euro monatlich

Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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