Wie viel Mutter-Brust darf in die Öffentlichkeit?

Tanja Bischoff muss es wissen. Zum einen hat sie selbst drei Kinder, und zum anderen ist sie ständig im Gespräch mit vielen anderen Müttern. Die Heilpraktikerin und Physiotherapeutin bietet in Offenbach-Bieber Spielgruppen für Babys an und arbeitet eng mit dem Geburtshaus zusammen.

"Bisher habe ich selbst keine negativen Erfahrungen gemacht, noch davon gehört", berichtet die 38-Jährige. Sicherlich gäbe es ab und zu mal einen skeptischen oder neugierigen Blick, aber das sei nur für einen kurzen Moment. Zumal stillende Mütter bereits seit Jahren wieder im Kommen sind.br /br /In den siebziger Jahren gab es die Befürchtung, dass durch die Muttermilch von der Mutter aufgenommene Schadstoffe ans Kind übertragen werden. Doch mittlerweile ist erwiesen, dass bei an der Mutterbrust saugende Kinder das Immunsystem gestärkt und das Allergiepotential gesenkt wird. "Selbst der Herr Hipp sagt in der Werbung, dass bis zum sechsten Monat die Muttermilch das beste fürs Kind ist", sagt Bischoff und lacht.br /br /Für sie und die anderen Mütter steht allerdings auch fest, dass sie dezent stillen. Also nicht am Tresen sitzend, Pullover hoch, Brust raus. "Wie andere auch ziehe ich mich da in eine ruhige Ecke zurück", sagt die dreifache Mutter.br /br /Stillen sei auch nicht das Problem, schreiende Kinder um so mehr. Da ernten junge Mütter, aber auch Väter, schon eher genervte Blicke. Und ein herumstehender Kinderwagen könne schnell zum Ärgernis werden, weil er dem Kellner und andere Gäste im Weg steht. Und in Zukunft könnte es sogar mehr werden. Von einem Baby-Boom kann Bischoff zwar nicht sprechen, aber "die Tendenz zu drei Kindern wächst", hat sie beobachtet.

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