Kommentar

Nur wer richtig versorgt ist, hat im Alter auch Spaß

In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen, obwohl sie bereits im Rentenalter sind. Deren Zahl hat sich innerhalb eines Jahrzehnts von fünf auf elf Prozent erhöht. Dafür gibt’s Gründe. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Es gibt Rentner, die sind noch fit und haben Lust zu arbeiten. Außerdem werden in den Erhebungen auch diejenigen erfasst, die auch nur eine Stunde pro Woche arbeiten. Und schon wirkt die Zahl nicht mehr so dramatisch, wie sie zunächst erschien.

Es ist jedoch ein Unterschied, ob jemand im Alter arbeiten muss, weil einfach das Geld nicht reicht, oder ob er es aus Spaß macht. Für 37 Prozent der Erwerbstätigen ist laut einer Erhebung die Arbeit wichtigste Quelle des Lebensunterhalts. Das heißt: Es gibt die Menschen, die arbeiten müssen, weil sie sich ansonsten Miete und Nahrungsmittel nicht mehr leisten können. Und die es müssen, haben sich das nicht ausgesucht. Sie waren alleinerziehende Mütter oder länger arbeitslos, weil ihre Branche vor größeren Umbrüchen stand. Was uns von den letzten Regierungen empfohlen wird, nämlich selbst die Rente aufzubessern, hat eben nichts mit stringenter Lebensplanung zu tun, sondern mit Glück und Zufall.

Es mag sein, dass finanzielle Gründe allein den Trend zum Arbeiten im Alter nicht mehr erklären. Aber es ist nicht so, dass die steigenden Zahlen nur mit Spaß an der Arbeit zu erklären sind. Dass in Deutschland Menschen bis ins hohe Alter arbeiten müssen, weil sie ansonsten nicht überleben können, ist schlimm. Wenn Deutschland gerechter werden soll – wie es die Parteien im Wahlkampf propagieren – sollten sie bei der Altersarmut anfangen.

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