Verrücktes Futter für das Gehirn

+
Auf dem Kopf: Christine Scheerer weiß, dass das Gehirn Herausforderungen braucht – zum Beispiel auf dem Kopf lesen.

Hofheim – Das Gehirn will Futter, sagt Christine Scheerer. Sie muss es wissen, denn seit Jahren arbeitet die Hofheimerin als Gedächtnistrainerin. Wie jeder sein Gehirn auf Trab bringen kann, verrät sie im EXTRA TIPP. Von Julia Renner

Vor Jahren ist Scheerer zufällig auf einen Artikel über Gehirntraining gestoßen. Seither hat sie das Thema nicht mehr losgelassen. Die 48-Jährige hat sich zur Gedächtnistrainerin ausbilden lassen und unzählige Weiterbildungen und Workshops besucht.

Ihr Wissen gibt sie seit Jahren in Kursen weiter, meist an Senioren. Dabei sind Gedächtnisübungen für jedes Alter geeignet, denn wer nicht alle Funktionen des Gehirns nutzt, der baut ab. „Für jeden ist es nützlich“, sagt Scheerer. Forschungen hätten sogar gezeigt, dass regelmäßige Gedächtnistrainings eine entstehende Demenz langsamer verlaufen lassen. Kreuzworträtsel lösen reiche dafür aber nicht.

Wer sein Gehirn auf Trab bringen möchte, muss nur etwa fünf bis zehn Minuten täglich investieren, sagt die Expertin. Beispielsweise ein paar Zeilen der Zeitung auf dem Kopf lesen, sagt Scheerer. Oder einen bestimmten Buchstaben in einem Artikel suchen und unterstreichen oder durchstreichen. Wörter rückwärts buchstabieren sei ebenfalls eine Übung, die die grauen Zellen animiert. Ebenso wie Assoziationen. Die nutzt sie gern bei „Brain Walks“ mit ihren Kursteilnehmern. Zu einem Oberbegriff – beispielsweise Herbst – werden möglichst viele Wörter gesucht, die mit dem Oberbegriff assoziiert werden.

Hilfreich sei es auch, einfach mal als Rechtshänder mit der linken Hand etwas zu machen – wie Zähneputzen. Und wer sich die Einkaufsliste mal nicht aufschreiben, sondern merken möchte, macht das am besten anhand einer Bilder-Geschichte. „Das Gehirn mag vor allem verrückte Bilder“, sagt Scheerer. So könne man sich auf dem Weg zum Einkaufen die Autoreifen als Brotlaibe vorstellen und durch eine Milchpfütze fahren, wenn man Brot und Milch braucht. Klingt kompliziert, ist aber reine Übungssache, sagt Christine Scheerer. Ob jung oder alt – jeder könne durch diese Übungen das Gehirn fit machen. „Denn neue Gehirnzellen werden das ganze Leben über gebildet.“

Wichtig seien aber nicht nur tägliche Gedächtnisübungen, sondern auch Bewegung. „Das ist das A und O.“ Je mehr man sich bewege, desto besser arbeite das Gehirn, sagt sie. Und auch die Ernährung spiele dabei eine Rolle.

Wer mehr über das Gedächtnis lernen möchte, kann an Seminaren von Christine Scheerer teilnehmen. Infos zu Kursen gibt die Expertin per E-Mail. Fragen senden an chr.scheerer @gmail.com.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare