Bayerin will Tierfreunde für unsere Region davon überzeugen

Verrückter USA-Trend: Kinder lesen Katzen vor!

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Die menschliche Stimme hat für Katzen eine beruhigende Wirkung. Umgekehrt können Kinder so ungezwungen und ohne Druck lesen – ohne ständige Verbesserungen eines Erwachsenen.

Region Rhein-Main – Klingt skurril, aber es soll eine Win-Win-Situation für Katzen und Kinder sein: Ehrenamtliche Katzenvorleser in Tierheimen. Ursula Mensah aus Taufkirchen bei München erklärt, warum das Konzept aus den USA auch hier in der Region eine tierisch gute Sache wäre. Von Oliver Haas.

 „Ich habe Anfang 2014 davon gelesen, dass in den USA immer mehr Kinder ehrenamtlich Katzen vorlesen“, sagt Ursula Mensah aus Taufkirchen. Nachdem sie sich näher damit beschäftigt, will sie diesen Trend in den Tierheimen in ganz Deutschland mit ihrem Konzept „Kids4cats“ etablieren. Um das geht es genau: Bisher kannten Tierheime freiwillige Katzenkuschler oder -streichler.

Aber beim Trend der von der Tierschutzorganisation Animal Rescure League ins Leben gerufen wurde, lesen Kindern den Katzen aus Büchern vor. Und dies soll sowohl fürs Kind als auch fürs Tier vorteilhaft sei. Mensah erklärt: „Viele Katzen, die in Tierheimen leben, haben zuvor oft sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Es ist für solche Katzen schwer, wieder Vertrauen zu aufzubauen.“ Einige Katzen haben regelrecht Angst vor Menschen. Wenn diesen Katzen nun vorgelesen wird, dann habe dies für die Tiere eine beruhigende Wirkung und das Vertrauen werde Stück für Stück wieder aufgebaut. Dies sei wissenschaftlich erwiesen.

Menschliche Stimme beruhigt Katzen

Und die kleinen Vorleser würden laut Mensah wie folgt davon profitieren: „Kinder sind oft unsicher, wenn sie vor Erwachsenen lesen müssen – etwa aufgrund des Drucks, dass sie jederzeit verbessert werden könnten. „Katzen kontrollieren die Kinder nicht und reagieren höchstens mit einem Schnurren“, sagt Mensah, die selbst vier Katzen besitzt. Begeistert von der Idee ist Irena Sona vom Tierheim in Seligenstadt: „Vor allem Kinder im Grundschulalter haben meistens einen sehr guten Draht zu Tieren. Wenn sie vorlesen und dadurch die entsprechende Ruhe verbreiten, animiert das die Katzen zu kommen, der Stimme zu lauschen.“

Skeptisch äußert sich Angelika Speckmann vom Katzenschutzverein in Frankfurt: „Das ist vollkommen ungeeignet für Katzen, das kann man eventuell mit Hunden machen. Eine Katze wird nicht sitzenbleiben und da ist den Kindern gedient, aber niemals den Katzen.“

Katzenvorleser sollen keine Kosten verursachen

Agnes Haßler vom Tierschutzverein Bad Soden stimmt den beschriebenen Vorteilen des Konzeptes zu. Aber äußert auch Bedenken, dass der Versicherungsschutz und die juristische Abklärung der Aufsichtspflicht nicht ohne Mehraufwand möglich sei.

Mensah sei es jedoch sehr wichtig, dass durch die ehrenamtlichen Katzenvorleser die Tierheime in keiner Weise durch Arbeit oder Kosten zusätzlich belastet werden. Eltern und auch Tierheime aus der Region, die sich dafür interessieren, können sich bei Ursula Mensah melden unter (089) 62286692 oder auf ihrer Homepage informieren auf www.kids4cats.de.

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