Bundeswehr-Reservisten müssen Industriepark weichen

Wegen Räumung: Vereinsheim in Obertshausen zu verschenken

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Hoffen auf jemanden, dem sie ihr geliebtes Vereinsheim schenken können (von links): Anton Sommer, Wolfgang Engelhaupt, Vereinschef Ulrich Göbel und Wolfgang Gross.

Heusenstamm/Obertshausen – Ausgedient! Das Vereinsheim der Obertshausener Bundeswehr-Reservisten soll dem Erdboden gleichgemacht werden. Denn auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände am Ortsrand von Heusenstamm soll ein moderner Industriepark entstehen. Von Christian Reinartz

Doch kampflos aufgeben wollen die Kameraden um Reserve-Major Ulrich Göbel ihr geliebtes und mit eigenen Händen gebautes Vereinsheim nicht der Abrissbirne überlassen. Ihr Plan: „Wir verschenken unser Vereinsheim an Selbstabholer. “.

Vereinsheim kann abgebaut und neu errichtet werden

Wie das funktionieren soll haben sich Ulrich Göbel und seine Reservisten-Truppe schon genau ausgedacht. „Unser damals hier aufgebautes Vereinsheim kann man mit zehn Mann in einer Woche abbauen und woanders wieder errichten“, erklärt der Major der Reserve. „Genau so haben wir es Ende der 90er-Jahre hier aufgebaut.“

Kaum zu glauben, denn das graue, mit Schindeln verkleidete Gebäude ist nicht gerade klein. 200 Quadratmeter Nutzfläche bietet der Bau, aufgeteilt in einen großen Versammlungsraum samt Thekenbereich für bis zu 80 Leute, verschiedene Büros und Lagerräume sowie Toiletten.

Zum Haus gibt es auch die Heizung geschenkt

Dass das Gebäude überhaupt abgebaut werden kann, liege an der besonderen Konstruktion, erklären die Reservisten. Das ganze Gebäude sei aus Holz konstruiert. Lediglich ein paar feste Stützpfeiler seien vorhanden. „Das lässt sich alles wunderbar auseinander nehmen. Und da wir es selbst aufgebaut haben, wissen wir auch, wie es funktioniert“, sagt Göbel.

Die Reservisten wollen kein Geld

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Das Beste an dem ungewöhnlichen Geschenk: „Zum Haus gibt’s auch die kompletten Rohre, Leitungen und Heizung geschenkt. Das kann jemand einfach woanders aufbauen und direkt loslegen.“ Alles sei in Bestzustand und wie aus dem Ei gepellt. „Bevor wir das Ding abreißen müssen, verschenken wir unser Vereinsheim doch lieber an einen anderen Verein oder einen Handwerker, der das Gebäude brauchen kann.“

Einen Haken gibt es, laut Göbel, an der Sache nicht. „Wir wollen kein Geld oder irgend etwas anderes. Wir wollen nur unser geliebtes Vereinsheim in guten Händen wissen.“ Einzige Bedingung: Das Haus müsste in relativ kurzer Zeit, innerhalb von wenigen Wochen abgebaut werden.

Wer das Haus geschenkt haben will, meldet sich unter der Telefonnummer  (0172) 9177812.

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