Verbotene Souvenirs

Als Ei an den Main - als Schildkröte zurück ins Meer

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Diese echte Karettschildkröte von den Seychellen schlüpfte aus einem Ei, das eine Urlauberin als Souvenir mitgebracht hatte.

Region Rhein-Main – Korallen, Schlangenledertaschen, Muscheln, Pflanzen – oder sogar Tiere. Reisende bringen oft etwas aus dem Urlaub mit nach Hause. Gewollt oder ungewollt, führen sie etwas Verbotenes mit ein. Der Zoll am Frankfurter Flughafen erlebt jede Menge kuriose Fälle. Von Silke Gottaut

Uno rettet Leben. Er schnüffelt. Routinemäßig. Doch dann schlägt er an. Der Spürhund am Frankfurter Flughafen . Bei der Reisetasche einer Frau passt ihm etwas nicht. Die Zöllner öffnen die Tasche und finden fünf kleine Eier. Die Urlauberin hat diese als Souvenirs von den Seychellen mitgebracht. Doch was da eigentlich drin steckt, weiß noch keiner. Der Zoll bringt die fünf Eier zum Frankfurter Zoo. Wenige Tage später schlüpfen fünf der äußerst seltenen Echten Karettschildkröten.

„Es war einer der emotionalsten Fälle, die ich erlebt habe“, sagt Pressesprecherin Yvonne Schamber vom Hauptzollamt Frankfurt. Da man wusste, wo sie herkamen, sollten sie wieder zurück in ihre Heimat. Denn in Deutschland haben sie keine Überlebenschance. So flogen sie im Flugzeug zurück zum Meer. Diesmal legal.

Zoll stellte über 4000 lebende Tiere im vergangenen Jahr sicher

Schamber hat aber schon viel mehr erlebt: Hochgiftige Klapperschlangen in Videokasettenhüllen, über Tausend trächtige Vogelspinnenweibchen, 365 Sternschildkröten in zwei Hartschalenkoffern oder Palmkakadus in Holzkisten. Das ist nur ein kleiner Teil, den das Hauptzollamt Frankfurt sichergestellt hat. „Insgesamt waren es im vergangenen Jahr über 4000 lebende Tiere“, berichtet Schamber.

In diesem Holz-Elefanten war Marihuana versteckt.

Beim Rauschgift staunen die Beamten auch nicht schlecht: Zahlreiche Deoroller mit Kokain, die Droge Crystal eingearbeitet in die Hohlräume einer Babywiege, Kokain in Tanzmatten oder gleich den ganzen Koffer komplett aus Kokain.

Diese Woche war es ein Holz-Elefant: „Die aus Ghana stammende Holzfigur in der Größe eines Medizinballes war via Brüssel durch einen Kurierdienst zum Frankfurter Flughafen transportiert worden. Es wurde ein Hohlraum in der Figur festgestellt, in dem sich 990 Gramm Marihuana befand“, berichtet Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher der Frankfurter Zollfahndung. Die 18 Jahre alte Empfängerin des Holz-Elefanten und ihr Freund als Auftraggeber wurden festgenommen.

Überblick: Was man aus dem Urlaub mitbringen darf:

Tabak: Ab 17 Jahren, Einreise aus Nicht-EU-Land: 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauchtabak. Einreise aus EU-Land: 800 Zigaretten, 400 Zigarillos, 200 Zigarren, ein Kilogramm Rauchtabak.

Tiere und Pflanzen: Verboten sind alle Tiere und Pflanzen, die artengeschützt sind. Dazu zählen auch Pflanzen-Ableger, ausgestopfte Tiere oder Gegenstände, die aus Tierteilen hergestellt sind. Erlaubt: Haustiere. Diese brauchen eine Tätowierung, eine amtliche Veterinärbescheinigung und einen Impfnachweis gegen Tollwut.

Lebensmittel: Immer verboten sind Kartoffeln, Speisepilze über zwei Kilo, Kaviar vom Stör, Fleisch/-erzeugnisse, Wild, Milch/-erzeugnisse und Eier.

Medikamente: Nur persönlicher Bedarf des Reisenden.

Alkohol: Nur für Personen ab 17 Jahren: Ein Liter Alkohol mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 Prozent. Oder zwei Liter Alkohol mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22 Prozent. Oder vier Liter nicht schäumende Weine und 16 Liter Bier.

Parfüm: Außerhalb der EU bis zu 50 Gramm Parfüm oder ein Viertelliter Eau de Toilette. Innerhalb der EU: Keine Beschränkung.

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