"Holt die Straßenbahn zurück in die Innenstadt!"

Neu-Isenburg - "Kurze Strecke - große Wirkung", kommentiert Hessens VCD-Landesvorsitzender Udo Messer den von ihm in Isenburg geforderten zirka einen Kilometer langen Schienenstrang durch die Frankfurter Straße.

Statt an der Frankfurter Stadtgrenze umzukehren, würde die Straßenbahnlinie 14 dann bis zum Isenburg-Zentrum fahren. Ein weiterer Schritt wäre der gradlinige Ausbau bis nach Dreieich-Sprendlingen.

"Die Idee gibt es schon lange. Was fehlt ist der politische Wille für das zukunftsweisende Konzept", meint Werner Geiß, der in Neu-Isenburg wohnt und im VCD-Landesvorstand ist. Immer noch werde das Augenmerk hauptsächlich auf den Autoverkehr gelegt. Zwar hat Isenburg einen S-Bahn-Anbindung, doch der Bahnhof liegt außerhalb der Kernstadt. Eine Tram ins Zentrum von Isenburg würde urbane Qualitäten ermöglichen, die der Autoverkehr in den verstopften Hauptstraßen bislang nicht zulasse, meint Messer. Und um das Umsteigen auf den Öffentlichen Personennahverkehr schmackhaft zu machen, müssten auch die Tarifgebiete geändert werden.

Doch für die Stadt Neu-Isenburg ist eine verlängerte Straßenbahn-Linie keine Option. "Der Straßenquerschnitt gibt das gar nicht her", sagt Erster Stadtrat Herbert Hunkel. Außerdem habe der Umbau der Frankfurter Straße begonnen.

Auch aus dem Dreieicher Rathaus heißt es, dass eine Straßenbahnlinie derzeit überhaupt kein Thema sei. Wenn, dann müssten erst einmal die übergeordneten Verkehrsbetriebe tätig werden.

Wünschenswert wäre für Werner Geiß auch die Reaktivierung der Straßenbahn ins Offenbacher Zentrum. Dass derzeit die Frankfurter Straße â?? einstige Trassenführung der Tram â?? mit Millionen-Aufwand umgebaut wird, um die letzten Spuren des Schienenverkehrs verschwinden zu lassen, schreckt Geiß nicht ab. Auch nicht, dass die S-Bahn durch die City fährt. Ihn ärgert es vielmehr, dass mit den Bauarbeiten in der Frankfurter Straße "Fakten geschaffen werden".

Dass die Straßenbahn ein überflüssiger Parallel-Verkehr zur bestehenden S-Bahn wäre, bestreitet er. "Da werden ganz andere Pendlerströme aufgefangen", ist er sich sicher.Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider jedoch winkt ab. "Ich bin ein Schienenfreund, aber in Offenbach ist die Entscheidung zugunsten der S-Bahn gefallen", sagt er. Er sehe den dringenderen Bedarf eher in einer Offenbach und Frankfurt verbindenden Buslinie.

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