Er schlug dem Tod schon zwei Schnippchen

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Uwe Bülter überstand schon zwei Herzinfarkte. Seitdem engagiert sich der umtriebige Schaafheimer intensiv für die Deutsche Herzstiftung.

Schaafheim –  Der 73-Jährige Uwe Bülter überstand zwei Herzinfarkte und lag vier Tage im Koma. Heute engagiert er sich für die Deutsche Herzstiftung. Für seine Enkel muss er sich im vollen Terminkalender schon freie Zeit blockieren. Von Jens Dörr

Ein wenig ist Uwe Bülter immer im Stress. 19 Veranstaltungen für die Deutsche Herzstiftung – die Menschen in unabhängiger Weise über Herzkrankheiten aufklärt – hat der Netzwerker und Aufklärer 2012 absolviert. Für die SPD sitzt er im Kreistag, früher war er bei den Freien Wählern. 18 Jahre lang brachte er sich als Vorsteher des Schaafheimer Ortsteils Radheim für seine Heimat ein. Im Förderverein des Groß-Umstädter Krankenhauses wirkte er ebenso mit wie in der Krankenhaus-Kommission des Kreises Darmstadt-Dieburg. Die Kardiologie an der Kreisklinik nennt er sein „Lebenswerk“. Bei aller Hektik managt der Träger des Landesehrenbriefs den ganzen Trubel dennoch mit mehr Bedacht als früher: „In der Weihnachtszeit hole ich mir Kraft.“ Ausgleich schafft sich der Opernfan auch über die Musik und mit 159 Rosenstöcken vor seinem Haus in Radheim. Was für drei „Ruheständler“ reichen würde, macht Bülter allein, obwohl es ihm „nicht um Ämter und Posten“ gehe. Und trotzdem denkt er noch mit Graus an den Stress von früher und die bitteren Konsequenzen.

Bülter erleidet zwei Herzifarkte und fällt vier Tage ins Koma

Im Juni 1992 war Bülter als Vertreter eines Weltkonzerns beruflich auf seinem Höhepunkt, verdiente gut, hatte aber auch „Stress hoch drei“ und rauchte. Zwei Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts neben genetischer Disposition und Übergewicht deutlich erhöhen.

Vor gut 20 Jahren also reiste er im Sommer nach Wien – und kippte mit einem Infarkt um. „Jede Minute zählte“, erinnerte sich Bülter. Sein Glück im Unglück: Ein Arzt war in der Nähe und nahm die Herz-Lungen-Wiederbelebung vor. Die brach dem Schaafheimer eine Rippe, doch wahrte seine Überlebenschance. Bülter fiel ins Koma, landete auf der Intensivstation. Dort ereilte ihn nur kurze Zeit später der nächste Infarkt: „Da hat mich ein Defibrillator vor dem Tod bewahrt.“ Mit allem Nachdruck rät Bülter nicht nur deshalb zum Aufhängen der lebensrettenden Geräte in öffentlichen Gebäuden.

14 „Defis“ gebe es alleine am Frankfurter Flughafen, von acht Menschen weiß er, die dort damit bereits behandelt wurden. Auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurden bereits mehrere Fälle bekannt, in denen Stromstöße Leben retteten. „Ich bin kein Arzt, will die Leute aber aufklären“, sagt der ehrenamtliche Beauftragte der Herzstiftung.

Vor 20 Jahren kämpfte er gegen den Tod und schlug ihm zweimal ein Schnippchen. Nach vier Tagen im Koma wachte Uwe Bülter wieder auf. Die erste Zeit danach sei für den „Hans Dampf in allen Gassen“ eine schwere gewesen, gibt er rückblickend zu. „Ich wollte unbedingt wieder arbeiten und die wollten mich in Rente schicken.“ Doch auch das überstand der Unkaputtbare, der seinen Lebensstil änderte und neue Aufgaben für sich entdeckte. Heute hängt an seinem Gartentor ein Schild, das ihn täglich zum stufenreichen Treppenaufgang vom Bürgersteig durch den Garten ins Haus anspornt: „Laufen hält gesund.“

Wer sich vorstellen kann, ebenfalls die Deutsche Herzstiftung (Infos im Internet: www.herzstiftung.de) zu unterstützen – und sei es hin und wieder „nur“ durch das Verteilen von Flyern – findet in Uwe Bülter einen Ansprechpartner. Kontakt via E-Mail iubuelter@t-online.de oder  (06073) 9121.

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