Rote Pandas im Opel-Zoo ausgebüxt

Unwetter: Bäume blockieren Straßen, Brände durch Blitze

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Umgestürzte Bäume blockierten vor allem im Taunus und rund um Wiesbaden viele Straßen. 

Region Rhein-Main - Ein kräftiges Unwetter hat vergangene Nacht zu etlichen Feuerwehreinsätzen in Teilen Hessens geführt. Betroffen war am frühen Dienstagmorgen vor allem der Großraum Wiesbaden und der Rheingau-Taunus-Kreis.

In Eppstein hatten die Einsatzkräfte mit einem größeren Wasserrohrbruch zu kämpfen. Nach Angaben der Polizei stürzten Hunderte Bäume in Wiesbaden und im Rheingau-Taunus-Kreis um. Sie fielen unter anderem auf parkende Autos. Die Höhe der Sachschäden war unklar.

Im Hochtaunuskreis blockierten Bäume und Gegenstände viele Bundes- und Landesstraßen, so unter anderem sie  B 8 in Königstein, die L 3004 bei Oberursel, die B 455 zwischen Bad Homburg und Oberursel und die L 3041 zwischen Obernhain und Neu-Anspach. In Oberursel-Stierstadt stürzten Bäume auf die Oberleitung der S-Bahn-Strecke. Den zuständigen Feuerwehren gelang es noch in der Nacht, die Hindernisse größtenteils zeitnah zu beseitigen. An mehreren Geschäften löste der Sturm Einbruchsalarm aus. 

Im Maintaunuskreis rückte die Feuerwehr kreisweit zu 95 Einsätzen aus. Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, gab es nur Sachschäden. Schwerpunkte lagen in Eppstein, Kelkheim, Bad Soden und Sulzbach. Den Angaben zufolge räumten die Einsatzkräfte 82 Bäume weg, die auf Straßen und zum Teil auch auf Autos gestürzt waren. Die Feuerwehr pumpe drei Keller aus und wurde noch zu zehn sonstigen Sachschäden gerufen. Die Einsätze liefen von 3.15 bis etwa 6 Uhr morgens. In einem Fall dauerten die Aufräumarbeiten tagsüber noch an: Die Kronberger Straße inBad Soden ist in Richtung Main-Taunus-Kliniken bis voraussichtlich 18 Uhr gesperrt. Nach Auskunft des Kreises kommen Besucher weiterhin zum Krankenhaus – über die Landstraße 3367 auf der anderen Seite. Auch die Notfallambulanz ist auf dieser Route erreichbar.

Kinder eingeschlossen

Etwa ein Dutzend Kinder aus dem Rheingau, im Alter zwischen acht und zehn Jahren, sind mit ihren Betreuern in einem Feriencamp in Hallgarten eingeschlossen, wie die Polizei berichtete. Die Gruppe übernachtete dort bei einer Freizeiteinrichtung und wurde vom Unwetter überrascht. Verletzt wurde aber niemand. Weil rund um das Gebiet etwa 200 Bäume umstürzten, gab es bis Dienstagmittag kein Durchkommen zu der Gruppe. Die Polizei unterstützt die Einsatzkräfte mit einem Hubschrauber, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Archivfotos

Fotos: Überflutete Straßen nach Unwetter in Offenbach

Das Gewitter erreichte die Region gegen 2.45 Uhr und dauerte etwa anderthalb Stunden. Die drei Wiesbadener Berufsfeuerwehren und alle freiwilligen Feuerwehren rückten zu rund 130 Einsätzen aus. Umgefallene Bäume versperrten am Morgen Verbindungsstraßen zwischen Wiesbaden und Taunusstein. Die Bundesstraßen 54 und 417 sowie die Lahnstraße mussten freigeräumt werden. Somit wurden auch Pendler auf eine Geduldsprobe gestellt. Es kam zu Staus und langen Wartezeiten.

Wegen des Unwetters mit Gewittern und starken Windböen verzeichnete der Rheingau-Taunus-Kreis 460 Notrufe, etwa 200 Einsätze wurden gezählt. Wasser im Keller, abgerissene Stromleitungen oder umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste waren meist der Grund. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Schwerpunkt des Einsatzes war Niedernhausen. Landrat Frank Kilian dankte den Helfern.

Im Frankfurter Stadtteil Niederursel brannte am Morgen der Dachstuhl eines Wohnhauses. Ein Feuerwehrsprecher ging auch hier von einem Blitzeinschlag als Brandursache aus.

Kronberger Stadtwald derzeit nicht sicher

Rund um Kronberg sind durch das heftige Unwetter zahlreiche Schäden entstanden. Teilweise wurden ganze Kronen aus Bäumen herausgerissen. Betroffen waren nahezu alle Bereiche im Stadtgebiet, in denen zum Teil größere Schäden entstanden. So stürzten Bäume auf Häuser und Fahrzeuge, Zäune und Gartenhütten. Teilweise wurden Stromleitungen gekappt und Dachbedeckungen, unter anderem am Ernst-Winterberg-Haus, beschädigt.

Die Feuerwehren Kronberg und Oberhöchstadt sowie die Stadtwerke waren seit drei Uhr morgens im Dauereinsatz. Zeitweise mussten Straßen gesperrt werden, so etwa die Hainstraße, die bis 8.30 Uhr morgens wegen umgestürzter Bäume und Astbruch nicht befahrbar war.

In der Katharinenstraße hielten viele Äste dem Sturm nicht stand. 

Der Victoriapark, der Quellenpark Kronthal und der Stadtwald wurden ebenfalls heftig in Mitleidenschaft gezogen. Die Bevölkerung ist aufgrund der Gefährdungslage durch gegebenenfalls  nicht verkehrssichere Bäume dringend dazu aufgerufen, das Betreten des Stadtwaldes sowie der städtischen Grünanlagen zu unterlassen.

Die Stadt bittet die Bürgerinnen und Bürger bei der Schadenaufnahme um Unterstützung. Sie mögen all jene Schäden, die vermeintlich durch städtisches Grün verursacht worden sind, sicherheitshalber selbst dokumentieren und dem Umweltreferat oder den Stadtwerken unter umweltreferat@kronberg.de oder stadtwerke@kronberg.de melden. Auskünfte erteilen das Bürgerbüro und die Stadtwerke unter 06173 7030 beziehungsweise unter 06173 703 3100.

Fotos: Kronberg räumt nach schweren Unwettern auf

Rote Pandas im Opel-Zoo ausgebüxt

Spurlos ist der Sturm auch am Opel-Zoo nicht vorbei gegangen. Ohne weiteren Schaden anzurichten, wurden einige Bäume entwurzelt. Nur das Luchs-Gehege im unteren Zoobereich wurde beschädigt und muss repariert werden, sodass die Tiere vorerst in ihrem Stall bleiben und nicht zu sehen sind. Dadurch ist der Trampelpfad, der zwischen Luchs- und Wildkatzengehege hindurch und hinab zur Freiluftvoliere führt, derzeit nicht begehbar, ebenso wie der Waldlehrpfad, auf den ein weiterer Baum gestürzt ist.

„Insgesamt sind wir glimpflich davon gekommen. Zwar haben wir heute früh auf den Parkplätzen und im Zoogelände viele abgerissene Äste und Laub vorgefunden. Alles konnte aber rechtzeitig soweit aufgeräumt werden, dass wir Parkplätze und Zoo zur normalen Zeit öffnen konnten“, sagte der stellvertretende Zoodirektor Martin Becker.

Einzig die beiden Roten Pandas konnten Ihr Gehege über einen ins Gehege gestürzten Ast kurzzeitig verlassen. Nachdem sich keines der Tiere weit vom Gehege entfernt hatte, sind sie inzwischen in der Obhut der Tierpfleger und werden in Kürze wieder für die Besucher zu sehen sein.

Ein umgestürzter Baum blockiert den Waldlehrpfad. 

So soll's weitergehen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach sagte für Dienstag weiter kräftige Schauer und Gewitter voraus. Im Tagesverlauf steige die Wahrscheinlichkeit für Unwetter mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen wieder an. Auch orkanartige Böen seien nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Mittwoch ziehen die anfangs zum Teil noch unwetterartigen Gewitter allmählich nach Südosten ab. Am Mittwoch und Donnerstag beruhigt sich das Wetter demnach wieder weitgehend. dpa/lhe

Fotos: Offenbacher Kleingärten wegen Parkplatz überflutet

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