Unternehmer Thorsten Dorn will endlich Konzepte umsetzen

Frankfurter Apfelweinmuseum: „Es hängt an der Stadt!“

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Schöppsche-Kenner Thorsten Dorn in einer Ebbelwoi-Wirtschaft: „Wir wollen endlich das Apfelweinmuseum eröffnen und uns selbst tragen. Es fehlt nur die Genehmigung“, sagt er.

Region Rhein-Main - Seit Jahren plant der Förder- und Trägerverein des Deutschen Apfelweinmuseums ein solches in der Frankfurter Innenstadt. Ein Konzept zur Selbstfinanzierung im Ratskeller liegt dem Liegenschaftsamt seit Monaten vor. Dort ist aber immer noch keine Entscheidung gefallen. Von Janine Drusche 

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Vor rund sechs Jahren fasste eine Hand voll Apfelwein-Liebhaber den Entschluss, ein Museum zum Stöffsche in der Mainmetropole zu eröffnen. Gibt es solche bereits in Frankreich, England und Spanien, so hinkt Deutschland und die Apfelweinhochburg Frankfurt bislang hinterher. „Das wollen wir ändern, schließlich liegt in Hessen das Herz des Apfels“, sagt Unternehmer Thorsten Dorn, Gründungsmitglied des Gewerbevereins Alt-Sachsenhausen und des Förder- und Trägervereins des Deutschen Apfelweinmuseums. Mit im Boot sitzen unter anderem der Rödelheimer Kelterer Günter Possmann und PR-Guru Jürgen Aha, die derzeit darauf hoffen, dass ihr Apfelweinmuseum 2018 bereits im Ratskeller am Römerberg eröffnet werden kann.

Laut Info-Flyer ist das bereits beschlossene Sache. Der läuft allerdings in der dritten Auflage. Anvisiert hatten die Gründer des Apfelweinmuseums schon eine Eröffnung 2016, vorher sogar noch früher. Das ehemalige Tanzlokal Paradieshof in Alt-Sachsenhausen stand als Räumlichkeit zur Debatte, doch die Stadt Frankfurt erteilte eine Absage. Auch aus dem Haus Schildknecht am Hühnermarkt wurde kein Zuhause für den Apfelwein und zugehörige Utensilien. „Deshalb konzentrieren wir uns jetzt voll und ganz auf den Ratskeller. Eine Stadt wie Frankfurt braucht ein Museum für ihr Nationalgetränk. Wenn nicht mitten auf dem Römerberg, wo dann“, sagt Thorsten Dorn. Nun liege dem Liegenschaftsamt seit Monaten das haarklein geplante Konzept – auch zur Selbstfinanzierung, ohne Unterstützung seitens der Stadt – des Museums im Ratskeller vor.

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„Aber wir haben noch immer keine Antwort, ob wir den Ratskeller künftig nutzen können. Ich habe sehr oft nachgehakt, denn wir sitzen auf heißen Kohlen. Eigentlich hätte unser Konzept längst beim Stadtparlament besprochen werden sollen, aber passiert ist noch nichts. Dabei haben wir ja alles: Das Konzept steht und mehrere hunderttausend Euro Sponsorengelder wurden uns auch zugesichert.“ Ständig werde einer der Initiatoren auf den Stand der Dinge angesprochen: „Doch wir können nichts sagen. Wir hängen in der Luft. Und das, obwohl uns schon zwei Gastronomen zugesagt haben, um das Museum zu tragen“, sagt Dorn: „Das ist unbefriedigend! Die Stadt steckt Millionen in ein Romantikmuseum, gibt uns aber keine Chance, unseren heimischen Apfelwein zu präsentieren“, so Dorn.

Auf Nachfrage des EXTRA TIPPs sagte Stadtrat Jan Schneider, zuständiger Dezernent fürs Liegenschaftsamt: „Bislang ist das Apfelweinmuseum nur eine Idee.“Das ärgert Dorn: „Wir haben zu dem Konzept sogar Architekturpläne eingereicht und sind weit entfernt davon, nur eine Idee zu sein. Im Gegenteil, es ist alles durchgeplant und kalkuliert!“ Doch das spielt im Büro des Stadtrats keine Rolle: Eine Arbeitsgruppe prüfe das Konzept auf langfristige Tragfähigkeit, so Sprecherin Elke von Busekist. Wie lange das noch andauert, sei nicht abzusehen. Durch Umstrukturierungen im Amt käme es zu Verzögerungen in den Abläufen. Außerdem gäbe es viele gute Konzepte für die Liegenschaft, man müsse sehen, was am ertragreichsten sei. Mit einer Eröffnung des Museums 2018 ist also vorerst nicht zu rechnen.

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