Unternehmen in Niederrad lassen Kinder im Stich

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Horst Keller übt ehrenamtlich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Stücke für die Volksbühne Niederrad ein. 

Frankfurt – Horst Keller arbeitet ehrenamtlich mit Kindern und Erwachsenen für die Volksbühne in Niederrad. Das Amateurtheater ist auf finanzielle Hilfe angewiesen. Doch der 76-Jährige fühlt sich von Unternehmen aus dem Stadtteil im Stich gelassen. Von Angelika Pöppel

Kostüme, Texte, Musik und Instrumente, das braucht es für eine kleine Aufführung – doch das kostet auch Geld. Geld, das die Volksbühne Niederrad nicht hat. „Wir arbeiten hier alle ehrenamtlich“, sagt Leiter Horst Keller. In Niederrad unterrichtet er Kinder und Jugendliche in der Schauspielerei. Um seine Projekte umzusetzen, sucht er für die Volksbühne Sponsoren. „Wir sind auf Hilfe angewiesen. Als kulturelle Einrichtung wünsche ich mir die Unterstützung von Unternehmen aus dem Stadtteil“, sagt Keller. In Höchst funktioniere das schließlich auch. Der Leiter der Volksbühne ist schon vor vielen Jahren auf große Unternehmen zugegangen, ohne Erfolg.

Und ohne ausreichende Mittel kann Keller auch sein selbst geschriebenes Musical nicht auf die Bühne bringen. Schon vor zwei Jahren suchte er Talente für sein Frankfurt Musical. Es erzählt die Frankfurter Sage um Hans Winkelsee, der im 16. Jahrhundert eine Neun in die Wetterfahne auf dem Eschenheimer Turm schoss, um dem Tod zu entkommen. Mit bis zu 25 Darstellern übt Keller bereits regelmäßig, doch er möchte das Musical mit 40 Anfängern besetzen. „Ich brauche keine Profis, sondern Menschen von jung bis alt, die Spaß an der Musik und am Schauspielen haben“, sagt Keller. Auch über die Zusammenarbeit mit Hobby-Musikern, die Klavier, Keyboard, Bass oder ein Streichinstrument spielen, würde sich Keller freuen. „Kostüme kriege ich günstig beim Faschingsverleih“, sagt der 76-Jährige. Die Schauspielschule für Kinder kostet fünf Euro im Monat. Mehr Informationen unter www.volksbuehne-niederrad.de.

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