Unser Mann in Griechenland:

EXTRA TIPP-Korrespondent berichtet vom Griechenland-Kollaps

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„Im Vordergrund sind die Abfallbehälter der Stadt Korinth überfüllt, die Müllabfuhr beschränkt ihre Fahrten auf das Minimum wegen Kraftstoffmangels. Im Hintergrund sieht man die Warteschlange zu den Bankautomaten."

Region Rhein-Main –Die Meldungen über Rettung oder Fall Griechenlands überschlagen sich täglich. Doch wie sieht der Alltag der Menschen abseits der Diskussionen um Rettungspakete aus? EXTRA TIPP-Korrespondent Dimitris Kourtidis berichtet auf www.extratipp.com aus Hellas. Von Christian Reinartz

Dimitris Kourtidis berichtet aus Griechenland.

Dimitris Kourtidis heißt unser Korrespondent in Griechenland. Er ist für den EXTRA TIPP dort unterwegs, wo die Fernsehkameras nicht hinschauen, er zeigt den Lesern die düsteren Seiten Griechenlands in der Eurokrise, die kleinen Dinge, die den Alltag mitunter unerträglich machen. Selbstverständlichkeiten, an die man im fernen Deutschland nicht mal im Traum denkt, sind in der ältesten Demokratie der Welt einfach außer Kraft gesetzt. Und in genau diesem Vakuum kämpft sich gerade eine ganze Nation irgendwie über die Runden. Dimitris Kourtidis ist ab jetzt unser Auge in Griechenland. Der in Offenbach-Bürgel geborene Kourtidis wuchs im Rhein-Main-gebiet auf, kennt es wie seine Westentasche.

"Jeder weiß, was das ist. Wenn bei einer Familie etwas zu Essen übrig bleibt, dann wird das in Alu Packs und in der Tüte an die Mülltonne an der Straße gehängt, für diejenigen die hungern."

1989 kehrte er Deutschland dann den Rücken, um als junge Mann an der Universität in Athen zu studieren. Später hat Kourtidis, wieder zurück in Deutschland, dann eine Ausbildung an der Hotelfachschule in Darmstadt absolviert und sich in verschiedenen Hotels bis an leitende Positionen hochgearbeitet. Im Jahr 2000 ging er dann wieder zurück und arbeitet seitdem in der Tourismusbranche und berichtet nun für den EXTRA TIPP: "Die Abfallbehälter der Stadt Korinth sind überfüllt, die Müllabfuhr beschränkt ihre Fahrten auf das Minimum wegen Kraftstoffmangels. Die Tankstellen in Griechenland nehmen nur Bargeld an und Kommunen haben kein Bargeld. Im Hintergrund sieht man die Warteschlange zu den Bankautomaten (Foto oben). Hier gilt 60 Euro täglich pro Bankkonto und Berechtigtem, weitgehend haben sich die Banken auf 50 Euro beschränkt, weil die 20-Euro-Scheine knapp werden. In Athen und Thessaloniki sind die Warteschlangen vielfach größer. Bargeld in Griechenland ist eine Rarität.“

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