Jetzt zündet der Sommer

Das sind die verblüffendsten Brandgefahren bei über 30 Grad

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Bei 30 Grad steckt die Sonne so einiges in Brand.

Region Rhein-Main – Die Sonne brennt seit vier Wochen auf das Rhein-Main-Gebiet herunter. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Wälder, Wiesen und Felder sind strohtrocken. Doch es gibt in der Sommerhitze auch Brandursachen, an die niemand auch nur im Traum denken würde. Von Christian Reinartz

Die üblichen Warnungen der Feuerwehr, nicht im Wald zu rauchen oder beim Grillanzünden Vorsicht walten zu lassen, kennt mittlerweile jeder. Doch es gibt in der Sommerhitze auch Brandursachen, an die niemand auch nur im Traum denken würde. Und genau das macht sie so gefährlich. Eine davon hat erst am frühen Dienstagmorgen in Groß-Umstadt ein Feuer verursacht.

Katalysator kann Brand verursachen

Heißer Katalysator: Wer mit dem Auto zum Badesee fährt, sollte genau schauen, wo er parkt. Denn wird das Auto über hohem Gras abgestellt, kann dieses sich entzünden. „Der Katalysator ist extrem heiß und kann trockenes Gras blitzschnell entzünden“, weiß Jürgen Herzing, Sprecher der Feuerwehr Frankfurt. Da das Feuer von unten kommt, steht das Auto relativ schnell komplett in Flammen. Das kann auch für die Insassen lebensgefährlich werden, wenn sie nicht gleich ausgestiegen sind. Das Auto ist danach auf jeden Fall Schrott.

Geplatzer Grillanzünder: Wer eine Flasche Grillanzünder in Reichweite des Grills in die Sonne stellt, geht ein großes Risiko ein. „Solche Flaschen, aber auch Farbdosen können unter dem Druck, der sich durch die Sommerhitze aufbaut, explodieren“, warnt Matthias Marx, Stadtbrandinspektor der Kreisstadt Dietzenbach. Dann kann alles rundherum in Brand gesetzen werden.

Voller Tank als Gefahr

Erst Erfrischung, dann Brennglas: Wer ein Picknick auf einer Wiese macht, sollte ausgetrunkene Flaschen nicht einfach herumliegen lassen. Stimmt nämlich der Winkel der Sonne, wird die Flasche schnell zum Brennglas. Dann genügen wenige Sekunden, um trockenes Gras in Brand zu setzen. „Und so ein Grasbrand breitet sich rasend schnell aus“, sagt Matthias Marx: „Oft schneller, als man laufen kann.“

Randvoll ist brandgefährlich: Wer in der Hitze des Sommers seinen Tank randvoll füllt, riskiert unter Umständen, dass das eigene Auto abbrennt. Denn der Kraftstoff gelangt kühl aus dem Erdtank der Tankstelle in den Wagentank. Wird das Auto nun in der Sonne abgestellt, werden aus 50 Litern durch die Wärme schnell 51. Der Sprit drückt nach außen und läuft am Wagen herunter. Jetzt genügt nur noch der kleinste Funke. Das Schlimme: Fast niemand bemerkt das ausgelaufene Benzin, bis der Wagen brennt.

Kohle auch noch nach 24 Stunden entzündbar

Versteckte Glutnester: Wer gegrillt hat und die Kohle einen ganzen Tag später in die Mülltonne kippen will, riskiert unter Umständen eine flammende Überraschung. Denn auch, wenn die Kohle offensichtlich kalt ist, befinden sich häufig doch noch Glutnester zwischen den Kohlestücken. „Auch noch nach 24 Stunden. Das halten die meisten gar nicht für möglich“, sagt Herzing. Durch die Glut brennt dann ruckzuck die Tonne. Und steht diese unter einer Überdachung, wird oft auch das Haus in Mitleidenschaft gezogen. Wie in dem aktuellen Fall in Groß-Umstadt. Dort brannte durch vermeintlich kalte Kohlereste eine Mülltonne in einem Innenhof ab. Sogar ein Auto wurde beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Feuergefährliche Erfrischung: Eine beliebte Methode, sich an heißen Tagen Kühlung zu verschaffen birgt eine große Brandgefahr. „Manch einer legt ein Kleidungsstück zur Kühlung über eines dieser mobilen Klimageräte“, sagt Herzing. „Dadurch kann aber ein Wärmestau entstehen, wodurch das Gerät anfängt zu brennen.“

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