Ultras Frankfurt: Wenn die eigenen Fans zum Problem werden

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Beim Abschluss-Spiel der Saison gegen Dortmund präsentierten sich die Ultras mit dem Banner „Deutscher Randalemeister 2011“.

Frankfurt – Nach der Niederlage gegen Köln stürmten Ultras das Spielfeld, in einer Offenbacher Kneipe griffen sie Fans von Bayer Leverkusen an und mit Anhängern aus Kaiserslautern lieferten sie sich eine Massenschlägerei: Die Ultras der Frankfurter Eintracht schaden damit dem Verein. Von Julia Renner

Jüngstes Beispiel der Entgleisungen: Beim letzten Saisonspiel gegen Dortmund entrollten die Hardcore-Fans ein Banner mit der Aufschrift „Deutscher Randalemeister 2011“, die eigentlich in Stadien verbotenen Bengalos brannten auch wieder. Mit solchen Aktionen schädigen die Ultras auch dem Verein, findet Polizeisprecher Alexander Kießling. Der Eintracht gehören rund 1000 Ultras an und damit mehr als jedem anderen deutschen Club. Ein Großteil davon hat mit Gewalt nichts am Hut. „Aber etwa 150 von ihnen sind bereit, unheilvolle Sachen zu machen“, wie Alexander Kießling sagt. Diese 150 Leute seien auf Krawall aus.

Polizei und Ultras schieben sich oft gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Stellung wollten die Hardcore-Fans nicht nehmen. „In der Sommerpause müssen wir uns auch mal auf Studium, Job usw. konzentrieren“, schreibt Max. Dies sei auch der Hauptgrund, warum sie „keine Presse-Anfragen beantworten können/wollen“. Die Ultras würden die „Energie dann lieber in Arbeit für unsere Gruppe und die Eintracht direkt“ investieren. Auf ihrer Internetseite schreiben die Hardcore-Fans Eindeutiges: „...aber die Polizei wird ihr aktuell verfolgtes und von einem hohen Polizeifunktionär erklärtes Ziel, einzelne Personen ‚chirurgisch aus der Fanszene zu sezieren‘, nicht erreichen.“

Wieso die Fronten zwischen Fans und Polizei so verhärtet sind, kann sich Alexander Kießling nicht erklären. „Wir suchen das Gespräch und werden das auch in der nächsten Saison wieder tun.“ Ansonsten herrscht Schweigen. Klaus Lötzbeier, als Eintracht-Vorstand für Fan-Angelegenheiten zuständig, und auch der Fanbeauftragte Marc Francis wollen sich nicht äußern und verweisen darauf, dass die Saison derzeit noch intern analysiert werde. Lötzbeier kündigt außerdem zunächst Gespräche „mit den relevanten Gruppen“ an. Die Polizei bereitet sich derweil auf die nächste Saison vor und damit auch auf aggressive Fans aus anderen Clubs. Hansa Rostock zum Beispiel. „Da sind schon einige aggressive Leute dabei“, sagt Kießling. Deshalb würden sich die heimischen „szenekundigen Beamten“ mit denen aus den anderen Städten austauschen.

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