Bebauung unaufhaltsam

Neue Frankfurter Altstadt trotz Protest

So soll der Blick vom Frankfurter Dom aussehen: 35 Altstadt-Häuser entstehen auf dem Dom-Römer-Areal. F.: Dom Römer (nh)

Frankfurt –  Ulrich-Irato Hildmann aus Frankfurt kämpft mit eigener Initiative seit drei Jahren gegen die Bebauung vor dem Frankfurter Dom. Bisher ohne großen Erfolg. Von Angelika Pöppel

Seit genau drei Jahren kämpft Ulrich-Irato Hildmann aus Frankfurt gegen die Bebauung des Dom-Areals. Doch die Jahrhundert-Baustelle vor dem Dom nimmt immer mehr Gestalt an. Für die neue Frankfurter Altstadt ist mittlerweile das Technische Rathaus und der Schirn-Tisch abgerissen worden, das Parkhaus Dom/Römer hat im Juli dieses Jahres eröffnet, und das Erdgeschoss des Stadthauses steht bereits. Der Bauantrag für das gesamte Areal wurde im September eingereicht.

Umstritten ist vor allem das Stadthaus

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Glücklich ist Hildmann darüber nicht. Von Anfang an setzte er sich mit einer Initiative gegen die Bebauung direkt vor dem Dom ein. Dorn im Auge ist ihm vor allem das Stadthaus. In diesem sollen künftig Tagungen und Seminare stattfinden. „Alle Grundregeln für die Bebauung wurden bei dem Stadthaus über Bord geworfen“, kritisiert der Frankfurter. Auf dem Dom-Römer-Areal sollen 35 Häuser entstehen, davon 15 Rekonstruktionen historischer Bauten. „Es sollten nur die Häuser originalgetreu erbaut werden, über die genügend Unterlagen aus der Vorkriegszeit existieren“, erklärt er. Beim Stadthaus sei das nicht der Fall. Auch die Positionierung wurde nicht eingehalten. Außerdem hat der Bau schon begonnen, obwohl ein Entwurf für die Fassade noch nicht vorgelegt wurde. „Das wird einfach unter den Teppich gekehrt“, sagt Hildmann.

Doch der Frankfurter muss sich eingestehen: „Trotz all unserer Bemühung hat es nie einen Baustopp gegeben. Das ist frustrierend.“ Doch aufhören will er deshalb nicht. Mit Plakaten bewaffnet wird er mit seinen Anhängern beim Stadtgeläut am 27. November wieder vor Ort sein.

Der umstrittene Bau, das Stadthaus, soll künftig den Archäologischen Garten weiterhin öffentlich und kostenlos zugänglich machen. Die komplette Bebauung des Dom-Römer-Areals soll 2016 fertiggestellt werden.

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