Haupttäter kommen mit Geldstrafe davon

Hochzeit endet in Massenschlägerei

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Offenbach - Es sollte ein Freudentag werden – er endete in einer Massenschlägerei, mit der sich das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck beschäftigen musste.

Der Fall von vorn: Im Oktober 2012 feierte ein türkisches Hochzeitspaar nach der standesamtlichen Trauung mit 40 Gästen in einem türkischen Lokal in der Offenbacher Innenstadt. Der Bräutigam hatte dazu auch einen 23-Jährigen eingeladen, der – was der Gastgeber nicht wusste – in diesem Lokal Hausverbot hatte. Grund dafür war, dass er auf den Tischen getanzt und andere Gäste damit genervt hatte.

Der Gastwirt entdeckte den Mann zufällig unter den Hochzeitsgästen und rief ihn zu sich. Zusammen mit seinem Bruder machte er dem 23-Jährigen klar, dass er im Lokal unerwünscht sei. Der Angesprochene sagte zwar zu, das Lokal zu verlassen. Aber um ihm ein wenig Beine zu machen, riefen die Brüder ihren Türsteher, einen Mann wie ein Schrank.

Situation eskalierte

Dieser geleitete zusammen mit den Brüdern den 23-Jährigen zum Ausgang. Der war indes nicht allein auf der Hochzeit erschienen, sondern mit seiner sechs weitere Männer um fassenden Clique, die mitbekamen, dass ihr Freund gerade aus dem Lokal geworfen wurde. Die Situation eskalierte, als der 23-Jährige sich beim Verlassen der Kneipe in Richtung Gastwirtsbrüder und Türsteher zu der Bemerkung hinreißen ließ: „ Ich gehe gern, denn hier gibt es keine Männer.“ Der Türsteher oder einer der Brüder – genau war das vor Gerich nicht mehr zu klären – verpasste dem 23-Jährigen daraufhin einen Faustschlag mit der Bemerkung, dass er jetzt echte Männer kennenlernen werde.

Sofort kam es vor dem Lokal, wo man inzwischen angelangt war, zu einer heftigen Schlägerei zwischen dem 23-Jährigen und seiner Clique auf der einen Seite und den Freunden der Gastwirtsbrüder auf der anderen. Dabei setzte der Türsteher einen Totschläger ein. Als die Polizei eintraf, die jemand aus dem Kreis der friedliebenden Gäste herbeigerufen hatte, suchten die Schläger das Weite. Nur ein schmächtiger Freund des 23-Jährigen blieb zurück. Er war k.o. geschlagen worden, wegen des Verdachts auf eine Gehirnerschütterung musste er für eine Nacht zur Beobachtung ins Krankenhaus. Der 23-jährige ungebetene Gast kam mit Prellungen davon.

Schmerzensgeld zahlen

Vor Richter Manfred Beck standen die beiden Brüder und der Türsteher. Sie entschuldigten sich bei dem 23-Jährigen und dessen schmächtigem Freund und erklärten sich bereit, ersterem 1 500 Euro und letzterem 2 100 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Manfred Beck verdonnerte die Angeklagten zudem zu jeweils 1 500 Euro Geldbuße. Das Geld geht an zwei Kinderheime und den Weißen Ring. Die an der Schlägerei beteiligten Cliquen, die als Zeugen erschienen waren, zogen friedlich aus dem Amtsgericht ab.

red 

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