Trotz hoher Grundstückspreise

Dieburg, Babenhausen und Münster wollen neue Sportzentren

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Nächsten Freitag entscheidet sich, ob der SV Münster demnächst diesen für Fußballer eher unangenehmen Hartplatz in einen Kunstrasen umwandelt.

Dieburg/Babenhausen/Münster - Die Städte Babenhausen, Dieburg und die Gemeinde Münster versuchen derzeit, ihre örtliche Infrastruktur zu verbessern: In allen drei Kommunen sollen neue Sportzentren gebaut werden. Von Jens Dörr

Die Pläne gibt es allerorten schon länger – die Bagger sind noch nirgends angerollt. Die Ursache in erster Linie: Die Grundbesitzer an den Ortsrändern wollen ihre Flächen nicht oder nur zu überhöhten Preisen hergeben, die das Trio aus dem Ostkreis Darmstadt-Dieburg für seine Vorhaben benötigt. Zweimal stocken die Vorhaben, eins ist sogar gescheitert. In Babenhausen sieht die Lage noch am besten aus. Dort soll im Osten in Nachbarschaft zweier Schulen eine Anlage gebaut werden, die für den Schulsport, am Nachmittag aber auch für die örtlichen Vereine da sein könnte. Unter anderem in Sachen Leichtathletik-Anlagen hat Babenhausen Nachholbedarf. So absolviert der erfolgreiche TV Hergershausen sein Bahntraining nicht in der Kernstadt, sondern fährt dafür ins Münsterer Gersprenzstadion.

Babenhausen will neben Schulen bauen

In Babenhausen soll die Stadt die Grundstücke neben den Schulen ankaufen und der Landkreis die Sportanlage bauen. Obwohl sich die Stadt bereit zeigte, sich auf ein Vielfaches des Preises für Ackerland einzulassen, scheiterten bisher Verhandlungen mit mindestens einem Eigentümer. Dessen Gelände liegt so, dass eine kleinere Variante realisiert werden könnte, ursprüngliche Vorstellungen zunächst aber nicht verwirklicht werden könnten. Noch verfahrener ist die Sache in Dieburg, wo die Mehrheit des Stadtparlaments Bürgermeister Werner Thomas und dessen Verwaltung den Grundstückserwerb in Auftrag gab, um den Schulen sowie dem Turnverein, aber auch den Fußball-Vereinen und Breitensportlern bessere Möglichkeiten als bislang zu bieten. Ins Auge gefasst ist das Areal neben dem Skaterpark südlich der Stadt, gegenüber dem Freibad. Das Unterfangen gestalte sich aber schwer, wie Thomas zugibt: „Das stockt sehr.“

Grundstückspreise zu teuer

Den Ankauf des Areals erschwerten vor allem überzogene Preisvorstellungen. „Es gibt Eigentümer, die 100 Euro pro Quadratmeter wollen“, sagte Thomas. Das sei für Dieburg nicht darstellbar. Bei den Eigentümern schwinge offenbar noch immer die Befürchtung mit, sie würden ihren Grund zu günstig abgeben, weil am Skaterpark eines Tages Wohnbebauung zugelassen werde. Für solche Grundstücke sind in Dieburg Quadratmeter-Preise von mehr als 300 Euro üblich. Thomas stellte hierzu noch einmal klar: „Da wird nie ein Haus gebaut werden – da gibt es eine Sportanlage oder nichts.“ Einen Verhandlungsstopp wegen Aussichtslosigkeit schloss Dieburgs Rathaus-Chef aus. In Münster gab es die Idee, weitere Sportflächen neben dem Gersprenzstadion zu schaffen, den SV Münster dorthin zu verlegen und das SVM-Gelände im Ortszentrum der Wohnbebauung zuzuführen. Auch dort wollten die Eigentümer in den Augen von Bürgermeister Gerald Frank zu viel Geld für ihren Boden.

FSV Münster könnte mit dem SV Münster fusionieren

Die Gemeinde hatte als Maximum das Doppelte des Bodenrichtwerts für Ackerland geboten, war nicht weitergekommen und hat den Plan zumindest für diesen Ort nun zu den Akten gelegt. Neuer Kandidat für einen Münsterer Sportpark ist das gen Westen hin erweiterbare Gelände der FSV Münster, die sich zudem eine Fusion mit dem SV Münster vorstellen kann. Ob der SVM sein ihm bis 2054 in Erbpacht zustehendes Vereinsgelände mitten im Ort aufgibt (und damit auch die Pläne, aus seinem Hartplatz einen Kunstrasen zu machen) und womöglich zur FSV zieht, entscheiden die Mitglieder nächsten Freitag in einer außerordentlichen Versammlung.

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