Die verbotene Taxi-Fahrt

Trotz einstweiliger Verfügung:  EXTRA TIPP testet Uber

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Mit einem privaten UberPop-Fahrer ging es in 21 Minuten nach Frankfurt.

Region Rhein Main – Ohne eine offizielle Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz  darf das Unternehmen Uber keine Fahrgäste mehr über seine Sparte „UberPop“ befördern. So zumindest die Theorie. Aber wie schaut es in der Praxis aus? Der EXTRA TIPP hat´s getestet. Von Dana Moser 

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Kein ausreichender Schutz von Fahrgästen, kein Gesundheitscheck und keine Kontrolle der Fahrzeuge – das wirft die Taxi Deutschland Servicegesellschaft dem Unternehmen Uber vor. Offenbar mit Erfolg. Denn das Frankfurter Landgericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Uber erlassen. Trotzdem rollen die Fahrzeuge weiter.
Donnerstagmorgen, zehn Uhr in Offenbach. Trotz Gerichtsurteil kann man sich die Uber-App  kostenlos auf sein Smartphone  herunter laden. Einfach anmelden und schon kann die erste Fahrt gebucht werden. Man gibt seinen Abholort  ein, dann wird es schon hektisch: „Dein Uber ist unterwegs. Dein Fahrer holt Dich in zwei Minuten ab“, verrät die SMS. Auf der 21-minütigen Fahrt bleibt Zeit für Smalltalk. Der private Fahrer erzählt von seinen Gründen für Uber zu fahren: „Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig. Ich kann meine Fahrten anbieten wann und wo ich will.“ Er bräuchte ein funktionsfähiges Auto, ein leeres Punktekonto in Flensburg und ein polizeiliches Führungszeugnis  – danach konnte er bei Uber einsteigen. Die Fahrt von Offenbach nach Frankfurt vergeht schnell und kostet gerade mal 16 Euro. Das Geld wird von der Kreditkarte  abgebucht.

Taxi-Fahrer fordert gleiche Regeln für alle

Mit dem Taxi dauerte es etwas länger von Frankfurt nach Offenbach.

Aber warum ist Uber so ein Phänomen? Ist die Fahrt anders als im Taxi? Um das herauszufinden, gibt es nur eine Möglichkeit: Von Frankfurt zurück nach Offenbach mit dem Taxi zu fahren. Am Hauptbahnhof stehen hunderte Taxis. Man kann einsteigen und sofort losfahren. Allerdings steht hier der Taxameter schon auf 2,80 Euro – ohne, dass man auch nur einen Meter gefahren ist. Wieder bleibt Zeit für Smalltalk, die Fahrt dauert insgesamt 32 Minuten, elf Minuten länger – auf gleicher Strecke. Angesprochen auf Uber fängt der Taxi-Fahrer an zu erzählen:
„Ich habe fast ein Jahr Schulungen gemacht und viel Geld investiert, um meinen Personenbeförderungsschein zu bekommen. Und die setzten sich einfach in ihre Autos und fahren? Ich finde es richtig, dass das Gericht jetzt eingegriffen hat.“ Damit steht er nicht alleine da: Auch die Stadt Frankfurt begrüßt die Entscheidung des Landgerichts: Es müssten für alle im Gewerbe gleiche Regeln gelten, hieß es in einer Mitteilung. Aber was ist jetzt für den Fahrgast besser? Beide Fahrer waren nett und höflich, gaben ausführliche Tipps, wo man in Frankfurt gut essen und feiern gehen kann und sind gut gefahren. Größter Unterschied: Der Preis. 16 Euro kostete die Uber-Fahrt, 25 die mit dem Taxi. Das Gegen-Argument von Frankfurts Ordnungsdezernent Markus Frank, dass der Versicherungsschutz für die Uber-Nutzer möglicherweise fehle, ist offenbar hinfällig. Alle Fahrgäste sind über Uber für den Zeitraum ihrer Fahrt versichert, erklärt der Fahrer.

Und man hat irgendwie das Gefühl, der Umwelt etwas Gutes zu tun: „Ich war sowieso gerade dabei, mich auf den Weg nach Frankfurt zu machen, als ihre Fahrt auf meinem Handy aufblinkte“, erzählt der Uber-Fahrer.

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