Warum Jugendliche aus der Region mit ihrem Leben spielen

Der Trip aus dem Wald

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Fliegenpilze als Droge.

Region Rheinmain – Heroin, Crack, Speed? Alles illegal. Jugendliche aus der Region machen´s geschickt und besorgen sich den Kick in den Wäldern: Fliegenpilze. Dabei riskieren sie jedesmal ihr Leben, denn jedes der tückischen Gewächse enthält unterschiedlich viel Gift. Die Polizei ist machtlos, denn Ernten und Rauchen der Pilze ist legal. Von Christian Reinartz

Meistens fängt es damit an, dass Jugendliche ein kleines Stück probieren. Weil nichts passiert, nehmen sie immer mehr. „Doch dann setzt auf einmal die Wirkung ein und haut sie um“, warnt Katharina Häuser vom Verein Jugendberatung und Jugendhilfe Frankfurt.

Ihre Kollegin Heidi Zeimentz vom Mainzer Giftinformationszentrum weiß, wie gefährlich solche Giftpflanzen werden können. „Nimmt man zu viel, stirbt man“, bringt sie es auf den Punkt.

Die Polizei kann nur hilflos zusehen, denn die Fliegenpilze stehen nicht im Betäubungsmittelgesetz. „Und kaum, dass der Gesetzgeber eine Droge verbietet, suchen sich die Jugendlichen die nächste legale Dröhnung aus dem Internet“, erklärt Ingbert Zacharias, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen.

In einem speziellen Internetportal, in dem sich auch viele Jugendliche aus der Region über Drogen informieren, lesen sich die Test-Versuche mit Fliegenpilzen dann so: „Niedrig dosiert ähnelt der Rausch dem des Alkohols, höher dosiert fällt man in eine Art Delirium. Der Rausch ist Anfangs von Übelkeit befolgt, und Kotzen sollte man mit einberechnen. Ich selbst habe einmal einen sehr kleinen Pilz frisch verspeist und hatte ein Stunde später dieses Himmelaufgeklebt-Gefühl, und die Natur sah aus wie ein Bild, sehr angenehm, sonst nichts. Bei meinem Zweiten Versuch wurde mir auch übel, aber ich musste nicht kotzen. Im Herbst werde ich noch einen dritten Versuch machen und sehen, was dabei rauskommt.

Wenn Heidi Zeimentz so etwas liest, wird sie wütend. „Das ist nur ein individueller Erfahrungsbericht, was es so gefährlich macht.“ Das tückische an den Fliegenpilzen sei, dass jede Pflanze eine unterschiedliche Menge halluzinogener Stoffe enthalte. Je nach Jahreszeit und Standort können die Pilze nur ungenießbar oder tödlich sein. „Voraussagen kann das aber niemand“, so die Fachfrau. Dasselbe gelte auch für andere halluzinogene Pflanzen wie etwa die Engelstrompete, die als Aufguss in alternativen Drogenkreisen in Mode sei. Zeimentz: „Bei jeder Einnahme ist es ein Spiel mit dem Tod!

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