Trend zum Komasaufen bei immer mehr Mädchen

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Einen über den Durst: Im Taunus kommen junge Leute immer öfter mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.

Taunus – Mit Vollrausch ins Krankenhaus: Im Taunus passiert das jungen Leuten immer häufiger. Einen traurigen Trend hat die Techniker Krankenkasse Hessen festgestellt. Polizei und Landkreise sind alarmiert. Von Julia Renner

54 junge Leute zwischen 13 und 18 mussten 2010 im Hochtaunuskreis mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. In den Main-Taunus-Kliniken waren es sogar 62 unter 21-Jährige, die so viel tranken, dass sie behandelt werden mussten. Im Jahr zuvor waren es noch 41.

Im Hochtaunuskreis macht man sich Sorgen wegen dieser Zahlen. In ganz Deutschland steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die einen schnellen Rausch anstreben. „Diese Entwicklung beobachten wir leider auch bei uns“, sagte Wolfgang Müsse, Erster Kreisbeigeordneter, vor kurzem. Im Hochtaunus wurde mittlerweile das Projekt „Halt – Hart am Limit“ umgesetzt. Wer wegen Alkohol im Krankenhaus landet, muss sich auf ein intensives Gespräch mit Mitarbeitern des Jugendamtes einstellen. Auch Gruppengespräche gibt es. Prävention ist der zweite Baustein des Projekts.

Eltern sensibilisieren, Jugend aufklären

Dass das etwas ändert, hofft auch Denise Jacoby von der Techniker Krankenkasse (TK) in Frankfurt.„Wir versprechen uns davon, dass vor allem die Eltern sensibilisiert werden.“ Die TK hat festgestellt, dass der Trend zum Komasaufen weiter anhält und dass vor allem Mädchen oft trinken. „Sie haben in den letzten Jahren aufgeholt, das ist keine schöne Entwicklung“, sagt Jacoby.

Auch die Polizei widmet sich besonders jungen Trinkern. „Es gibt spezielle präventive Maßnahmen, auch für Jüngere“, sagt Polizeisprecher Michael Greulich aus Bad Homburg. So werden Jugendliche angesprochen oder auf Partys auch mit besonderen Armbändern ausgestattet, die sie als minderjährig kennzeichnen. Greulich ist sicher: „Das greift.“ 

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