22 Autoaufbrüche seit Jahresbeginn in Rodgau und Rödermark

Autoaufbruch: Das dauerte keine Viertelstunde

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Das dauerte keine Viertelstunde: Der BMW 535 ist komplett ausgeräumt worden.

Rödermark - 22 Autoaufbrüche allein seit Jahresbeginn in Rodgau und Rödermark – keine Besorgnis erregende Zahl, sondern Durchschnitt. Dabei entsteht allein an einem Auto schnell ein Schaden von rund 20.000 Euro. Die Polizei ist machtlos. Von Axel Grysczyk

Der Himmel ist bedeckt, die Temperaturen sind nur ein paar Grad über Null, es ist kurz vor 20 Uhr. Andreas Weiser parkt seinen carbon-schwarzen über 300 PS-starken und rund 100.000 Euro teuren BMW 535 GT in der Kolbestraße in Rödermark. Zweieinhalb Jahre ist das Fahrzeug alt, die Liste mit der Sonderausstattung geht dicht gedruckt über zwei Seiten. Ein Traum von einem Auto. Doch in dieser Nacht wird der Traum von vermutlich osteuropäischen, professionellen Autoteile-Jägern jäh zerstört. „Ich war einfach nur baff. Bin absolut sprachlos“, sagt Weiser. Als der Geschäftsführer des Rödermarker Wärmezähler-Spezialisten Sontex am Donnerstag, 18. Februar, um acht Uhr zu seinem Auto zurückkehrt, traut er seinen Augen nicht. Der Luxus-BMW ist aufgebrochen.

Schaden liegt bei etwa 19.000 Euro 

Die Instrumententafel fehlt, kein Tacho mehr, kein Drehzahlmesser. Darüber hinaus haben die Diebe die komplette Mittelkonsole ausgebaut. Das Media-Center mit Navi und Musikanlage ist ebenfalls fachmännisch ausgebaut. Selbst das Lenkrad und der Airbag fehlen. Spezialisten des Autohauses Winter in Rödermark schätzen den Schaden auf zirka 19.000 Euro. Weiser: „Mein Dienstwagen war vollkaskoversichert. Aber auf den Kosten des Leihwagens von rund 2000 Euro werde ich wohl sitzen bleiben. Denn die Reparatur wird sich drei Wochen hinziehen.“ Dazu der ganze Ärger. „Wer Hinweise darauf geben kann, wer das angerichtet hat, dem würde ich 1000 Euro Belohnung geben.“ Andrea Ackermann von der Pressestelle der Polizei Südosthessen macht ihm keine großen Hoffnungen. „Es ist eher selten, dass wir diese Autoknacker dingfest machen können. Meistens kommen diese Banden aus Osteuropa, beziehen hier Quartier und machen regelrechte Beutezüge durch Straßen, in denen sich Luxusautos befinden“, erklärt sie.

Osteuropa-Banden wollen Navis und Airbags

Die Polizei habe einen Autoknacker jüngst verhaften können. Er stammt aus Litauen. Ackermann: „Wir können nicht sagen, dass es einen Schwerpunkt gibt. Das hängt immer davon ab, wo solche Autos gerade parken. Obwohl es in jüngster Zeit häufiger bei BMW‘s in und um Dietzenbach vorgekommen ist.“ In Rodgau und Rödermark gab es seit Jahresbeginn 22 solcher Autoaufbrüche. Diese Zahl liege im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Abgesehen haben es die professionellen Osteuropa-Banden vermehrt auf Navis und Airbags. Das Vorgehen ist gleich: Die Scheibe der hinteren Tür auf der Fahrerseite wird eingeschlagen, sich damit Zugang ins Fahrzeuginnere verschafft und dann geht alles ganz schnell. Ackermann: „In dem Fall in Rödermark brauchen die Diebe keine Viertelstunde:“ Sich zu schützen ist schwer. Ackermann: „Das Beste ist noch eine Garage.“ Hinweise unter 069 89800.

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