Touri-Boom im Taunus

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Bad Homburg ist ein beliebtes Reiseziel. Vor allem bei Chinesen.

Taunus – 2011 war ein Rekordjahr für den Tourismus im Taunus. Insgesamt 30,9 Millionen Tagestouristen besuchten in der vergangenen Saison die Region. Vor allem die Zahl der chinesischen Touristen wächst stetig. Auch in diesem Jahr ist ein Ende des Booms nicht abzusehen. Von Mareike Palmy

Natur, Kultur, Sport und Erholung locken immer mehr Touristen in den Taunus. Ob Wandern, Mountainbiken, Klettern, Weinprobe oder Wellness, der Taunus bietet als Naherholungsgebiet vor den Toren Frankfurts zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Innerhalb von nur einem Jahr steigerten sich so die Touristenzahlen um satte 16 Prozent. Zu dieser Steigerung haben nicht nur die deutschen sondern vor allem die ausländischen Gäste überdurchschnittlich beigetragen. Besonders bei Reisenden aus den asiatischen Ländern, USA, den arabischen Golfstaaten, Russland und Brasilien wurden zweistellige Zuwachsraten erzielt. Vor allem Chinesen reisen immer häufiger in die Natur- und Erlebnisregion vor den Toren Frankfurts.

Profitieren von den Chinesen

Daniela Pompe

Der Wirtschaftsboom hat China zu einem Volk von Urlaubern gemacht. Ferien am Strand sind allerdings nicht angesagt. Weitaus mehr interessiert sich das Volk aus Fernost für touristische Attraktionen, an denen man sich fotografieren lässt oder etwas einkaufen kann.

„Die meisten Chinesen, die Deutschland besuchen, kommen über den Flughafen. Davon können wir immer mehr profitieren“, sagt Daniela Pompe, Geschäftsführerin des Taunus Touristik Service (TTS). Denn außer der günstigen Lage spreche die Infrastruktur für den Taunus, sowie die zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten.

Wie den Opel Zoo in Kronberg. Direktor Thomas Kauffels und sein Team konnten in der vorherigen Saison eine deutliche Steigerung der Besuchszahlen erkennen. „Wir hatten mit 683.000 Gästen einen Zuwachs von 15,6 Prozent“, sagt Mitarbeiterin Margarete Herrmann. Auch den Naturpark Hochtaunus besuchen jährlich über 18 Millionen Besucher. Ebenso der Hessenpark ist stets gut besucht, wie Sprecherin Pia Preuß bestätigt: „Wir hatten im vergangenen Jahr einen deutlichen Zuwachs an Besuchern aus allen Herrenländer. In letzter Zeit verstärkt Besucher aus Asien. Vor allem aus China und Südkorea. In großen Gruppen schauten sie sich das Freilichtmuseum an. Die Chinesen lieben den alten Baustil der Häuser“, so die Sprecherin.

Weg vom angestaubten Image

Zwar gibt es nach wie vor die chinesische Reisegruppen, die mit Bussen in zehn Tagen in zehn Länder hetzen. Doch neben diesem Sturmtrupp-Tourismus bildet sich langsam auch eine Nachfrage für qualitativ hochwertigen, individuelleren Tourismus. Vor allem das Luxus-Segment bietet große Chancen, denn chinesische Touristen gelten als besonders konsumfreudig. „Chinesen lieben attraktive Einkaufsmöglichkeiten, denn sie lachen über unsere Preise hierzulande. Im Durchschnitt geben Touristen pro Tag 100 Euro aus. Im Taunus sind es allerdings 200 Euro“, weiß Pompe.

Der Taunus wird für Gäste auch immer attraktiver: „Wir versuchen dem angestaubten Taunus-Image mit gezielten Marketing-Aktionen und Veranstaltungen gegenzusteuern. Hört man den Titel ,Kurstadt‘, kommen nämlich automatisch Assoziationen einer älteren Bevölkerung auf. Aber das ist nicht so. Bad Homburg hat viel für die Freizeit zu bieten“, sagt Burkhard Bigalke, Bereichsleiter des Tourist Info und Service Bad Homburg. TTS-Geschäftsführerin Daniela Pompe schließt sich an: „Seit wir unser Image aufgefrischt haben, erfreuen wir uns aller Altersklassen. Dadurch ist die gesamte Taunus-Region vernetzt und touristisch stärker präsent. Auf der Website der Touristen-Info verzeichnen wir monatlich eine Millionen Seitenaufrufe. Ebenso die Nachfrage nach Taunus-Freizeit-Tipps hat enorm zugenommen. Das Interesse freut uns natürlich, denn es zeigt, dass wir die Menschen erreichen und in die Region ziehen.“

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