Projekt des Evangelischen Dekanats Hochtaunus

Todesfall in der Schule: Der Trauerkoffer hilft

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Neues Projekt an weiterführenden Schulen: Theologin Yvonne Dettmar zeigt den Inhalt eines Trauerkoffers.

Taunus – Ein Schüler verunglückt, eine Lehrerin stirbt nach langer Krankheit - auch die Schule ist ein Ort der Trauer. Ein neues Projekt des Evangelischen Dekanats Hochtaunus soll bei der Trauer unterstützen. Von Dirk Beutel

Der Tod macht vor dem Klassenzimmer nicht Halt. Immer wieder kommt es vor, dass Lehrer und sogar Schüler sterben müssen. Was früher als Tabuthema galt, hat spätestens mit den Amokläufen an Schulen in Erfurt und Winnenden Einzug in den Schulalltag genommen. Das wissen die Seelsorger an den Schulen und haben das Evangelische Dekanat Hochtaunus für dieses Thema sensibilisiert.

„Das Thema ist wichtig und Herausforderung zugleich“, sagt Yvonne Dettmar, Bildungsreferentin am Dekanat. Seit fünf Jahren entwickelt der Ausschuss „Schule und Kirche“ unter der Leitung von Dekan Michael Tönges-Braungart  und Dettmar Angebote und führt Projekte an Schulen durch.

Mit Hilfe des Koffers trauern

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Auf die Idee eines Trauerkoffers ist der Ausschuss „Kirche und Schule“ der Evangelischen Kirche im Hochtaunus gekommen. Als Anregung diente unter anderem ein Angebot der Feldbergschule in Oberursel. Dort wurde als Hilfsmittel zur Trauerbewältigung ein Koffer konzipiert, speziell zum Einsatz an Schulen.

„Jede Schule, jede Klasse, die betroffen ist, kann mit dem Inhalt des Koffers ihre Trauer gestalten“, sagt Dettmar. Rituale wie Einträge in ein Erinnerungsbuch oder das stumme Ablegen von Steinen an einem besonderen Ort, können Gefühlen Ausdruck verleihen und dadurch den Trauernden helfen.

In dem Koffer finden sich Informationen zu Trauerprozessen, Ideen für die Gestaltung einer Trauerstunde, Entwürfe für einen Elternbrief und Hintergrundinformationen zu den Besonderheiten jugendlicher Trauer. Dazu kommen verschiedenfarbige Tücher, eine Kerze, ein Bilderrahmen, religiöse Symbole, Steine und ein Kondolenzbuch.

Das Projekt wird erfolgreich angenommen

„Bei der Zusammenstellung des Kofferinhaltes haben wir lange diskutiert und religionsübergreifende Aspekte berücksichtigt“, sagt Dettmar. Sie hat 15 weiterführende Schule im Hochtaunuskreis angeschrieben und über das Projekt informiert. Mit Erfolg: Jede der Schulen hat einen Trauerkoffer bestellt und sich an einem Einführungsseminar angemeldet, wie man die Koffermaterialien einsetzt.

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