Krebskranke Jugendliche führen „Sound of Life“ fort

Nach Tod von Organisatorin: „Wir wollen Janna stolz machen“

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Chrissie (von links), Christina Hauser, Betreuerin für den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder“ Sardmad und Vanessa (liegend) organisieren das Benefizkonzert „Sound of Life“. Zugesagt hat auch der Münchner Newcomer Robert Redweik (rechts).

Frankfurt – Trotz Krebs wollte sie das Leben feiern: Nach dem Tod von Janna Rupprecht treten die erkrankten Jugendlichen aus Frankfurt mit dem Benefizkonzert „Sound of Life“ ihr Erbe an. Von Angelika Pöppel

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Krebskranke Janna überzeugt Künstler

Betreuerin Christina Hauser schießen die Tränen in die Augen, wenn sie über Janna Rupprecht spricht. Erst im September vergangenen Jahres verstarb die 22-Jährige an Krebs. Mehrere Rückschläge hatte sie überstanden, sogar ein Lungenflügel musste entfernt werden. Doch sie kämpfte sich immer zurück ins Leben. Vier Jahre lang organisierte sie das Benefizkonzert „Sound of Life“ auf der Frankfurter Galopprennbahn. Von Anfang an unterstützt hat sie Christina Hauser, die Leiterin des Jugendhauses des Vereins „Hilfe für krebskranke Kinder“. „Wir waren beste Freundinnen“, sagt Hauser und fügt hinzu: „Auch wenn uns viele Jahre trennten.“ Heute steht sie alleine vor der Presse, ohne Janna. Zum ersten Mal.

Janna ist das Herz des Festivals

Jupiter Jones sind mit dabei.

Es soll weitergehen. „Wenn ich schon sterbe, möchte ich nicht das ‘Sound of Life’ auch stirbt“, sagte Janna vor ihrem Tod. Und so halten sich alle daran. Aber Hauser gibtzu: „Ein bisschen von der Seele des Events ist mit ihrem Tod verloren gegangen.“ Schließlich rief die damals 19-Jährige das Benefizkonzert ins Leben. Sie ist das Herz des Festivals, organisierte Künstler, die auf ihre Gage verzichteten und sammelte somit viel Geld für den Verein, der sie selbst jahrelang unterstützte. „Ich wollte einfach etwas zurückgeben“, sagte sie damals.

Robert Redweik und Jupiter Jones auf der Bühne

Das Festival „Sound of Life“ beginnt am Samstag, 5. September um 14 Uhr auf der Frankfurter Galopprennbahn, Schwarzwaldstraße 125. Tickets gibt es im Vorverkauf für zwölf Euro unter www.sound-of-life.net oder an der Abendkasse für 15 Euro. Der Erlös geht an den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder“.

Die erkrankten Jugendlichen spornt in diesem Jahr noch etwas an: Sie wollen Janna stolz machen. „Ich bin mir sicher, dass sie uns zusieht“, sagt Hauser. Und die Künstlerliste kann sich definitiv sehen lassen. Absoluter Stargast ist in diesem Jahr die preisgekrönte Band Jupiter Jones. Ihr Album 2011 erreichte sogar Gold-Status. Auf der Bühne steht auch die beliebte Hanauer Band „Elfmorgen“, die in ihren deutschsprachigen Liedern von Liebe, Selbstbestimmung und Lebensfreude singen. Absolutes Highlight, nicht nur für Fan Christina Hauser, ist allerdings Robert Redweik. Der Münchner Newcomer hat sich mit Songs wie „Zeit zu leben“ und „Der Letzte macht das Licht aus“ nicht nur in Hausers Herz gesungen. Die lebensbejahenden Titel passen perfekt zum Festival, sind alle überzeugt.

Sound of Life 2016 ist noch unklar

Diese Künstler sind auch dabei:

Vielleicht Anna

Die Band macht Pop-Rock und hat im März 2015 ihr Debütalbum „4 Jahre Sturm“ veröffentlicht.

Dreimillion

Die fünf Frankfurter Jungs spielen Pop-Rock. Effekt Die Jungs von Effekt aus Gießen schreiben und komponieren ihre Songs auf Deutsch und Englisch selbst.

Fee

Fee heißt die 24-jährige Singer und Songwriterin aus Gießen, die in den vergangenen Jahren als Sängerin der Gießener Rock-Pop-Band Neoh bekannt wurde.

Nico Laska

Im Stil von Ed Sheeran verspricht der Frankfurter live und auf seiner Platte große Songwriter-Kunst.

The Munitors

Die Frankfurter Jungs unterhalten mit Indie Rock.

Doch die Zukunft des „Sound of Life“ ist nach dem Verkauf des Geländes an den DFB unklar. Oberbürgermeister Peter Feldmann wolle zwar eine Lösung finden. Doch: „Es wäre zu früh zu sagen, wir machen es 2016 nicht. Aber das ‘Sound of Life’ gehört auf die Rennbahn.“ Hier hat sich auch Janna so wohl gefühlt, dass ihre Trauerfeier auf dem Gelände stattfand. „Es war wunderschön“, erinnert sich Hauser.

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