Tod im Taunus

Taunus –„Tod im Taunus“ heißt die Sammlung von kriminellen Kurzgeschichten, die jetzt im KBV-Verlag erschienen ist. Geschrieben wurden die Krimis jedoch oft von Menschen, die nicht im Taunus leben. Warum sie trotzdem authentisch sind, erklären Herausgeber Richard Lifka und Autorin Regula Venske. Von Julia Renner

Regula Venske

„Vergraben in Oberursel“ heißt die Kurzgeschichte, die Regula Venske für die Anthologie geschrieben hat. Venske wohnt allerdings etwa 500 Kilometer entfernt von der Hessentagsstadt und zwar in Hamburg. Kein Problem, findet die Schriftstellerin: „Karl May war ja auch nie im Wilden Westen“, sagt sie. Die Schriftstellerei lebe von der Fantasie.

Herausgeber Richard Lifka hatte die Hamburgerin gefragt, ob sie nicht einen Beitrag zu dem Buch „Tod im Taunus“ leisten wolle. Lifka hatte zunächst Autoren aus der Rhein-Main-Region angeschrieben. „Dabei hatte sich aber zu wenig herauskristallisiert“, sagt er. Für ein Buch hätte es nicht gereicht. Deshalb hat er noch einige Autoren, die den Taunus kennen, gebeten, einen Kurz-Krimi beizusteuern.

Boomende Regionalkrimis

Richard Lifka

Unter ihnen auch Regula Venske. Sie hat einige Zeit in Wiesbaden verbracht und schon ihr Vater habe früher von einem Ruhesitz im Taunus geträumt, sagt sie. Ihr Krimi spielt in Oberursel. „Dort bin ich selbst nie gewesen“, sagt Venske. Für die Stadt hat sie sich entschieden, weil sie dann auch gleich den Namen ihrer weiblichen Hauptdarstellerin hatte: Ursula. Ihre Kurzgeschichte spielt in einem Altenheim und erzählt von einer Ehefrau, die ihren dementen Mann in einem schlichten Heim unterbringt, während sie selbst in einer Luxusanlage wohnt. Mehr wird allerdings nicht verraten. Um diesen Regional-Krimi zu schreiben, ohne jemals vor Ort gewesen zu sein, hat Venske viel im Internet recherchiert. „Und jetzt hätte ich selbst Lust, mal nach Oberursel zu fahren“, sagt die 56-Jährige.

Herausgeber und Autor Richard Lifka, der selbst in Wiesbaden lebt, hat Freunde und Verwandte im Taunus, ist oft dort. „Der Taunus gehört zu meinem Lebensraum“, sagt er. Deswegen hat er auch wert darauf gelegt, dass auch die anderen Krimiautoren einen Bezug zur Region haben. Dass Regionalkrimis noch immer boomen, dürfte dem Buch zugute kommen. Und gerade Taunus-Krimis sind derzeit mega-erfolgreich: Durch die Bestseller-Autorin Nele Neuhaus aus Kelkheim.

Das Buch „Tod im Taunus“ aus dem KBV-Verlag ksotet 9,90 Euro und hat 260 Seiten.

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