Theodor sucht die Spur der Schärfe

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Jetzt wird‘s scharf: Theodor Edmund Peez extrahiert das Capsaicin der Soße. Loan Nguyen-Trieu und ihr Mann Chi My Nguyen freuen sich auf das Ergebnis.

Mühlheim  – Die asiatische Küche ist bekannt für ihre Schärfe. Doch wie scharf ihre eigene ist, wollte Familie Nguyen schon lange wissen. Aufmerksam haben sie unseren Beitrag über den Nachwuchschemiker Theodor Edmund Peez gelesen und ihn zum Testen eingeladen. Von Andreas Einbock

Begeistert empfangen Inhaberin Loan Nguyen-Trieu und ihr Mann Chi My Nguyen den frisch gebackenen Jugend-forscht-Gewinner. Mit seinem Schärfetest überzeugte Theodor Edmund Peez die Jury beim Bundesfinale von „Jugend forscht“ und gewann den Sonderpreis, der dem 19-Jährigen die Teilnahme an der Nobelpreisträgertagung einbrachte.

Wie ein großer Wissenschaftler setzt sich Peez mit einem kleinen Aluminiumkoffer an einen Tisch. „Wir haben keine fertigen Gerichte, denn jeder Gast bekommt die passende Soße zu seinem Essen“, erklärt Nguyen das Konzept des vietnamesischen Restaurants und serviert jede ihrer zehn Soßen in kleinen Schalen. Inzwischen hat Peez Brennspiritus und eine kleine Plastikflasche aus seinem Koffer geholt. „Was ist denn die schärfste davon“, will der Mörfelder Abiturient wissen.

„Die Achtschätze-Soße ist gut, mit Ingwer, Knoblauch und viel Chili. Aber das Feurigste ist unser hausgemachtes Sambal Oelek, das wir mir frischen Chilischoten zubereiten“, sagt Nguyen. Wie ein Laborant nimmt Peez einen Löffel davon, trennt ein Extrakt vom Fruchtfleisch und tropft es auf ein Spezial-Papier.

Nguyens sind begeistert vom Schärfetest

Ein Fön beschleunigt das Trocknen des Papiers, bevor es Peez mit dem Rand in ein chemisches Laufmittel stellt. „Sehen sie, wie die Flüssigkeit nach oben läuft. In der Mitte setzt sich jetzt das Capsaicin in einem Streifen ab“, erklärt Peez Familie Nguyen den Prozess, den er mit vier weiteren chemischen Lösungen in einem Reagenzglas zum Abschluss bringt. Gebannt blicken die Nguyens auf das silberne Kästchen, das Peez nach zwanzig Minuten und dem Klingeln der Eieruhr öffnet. „Sieht doch richtig gut aus“, freuen sich die Betreiber der Mylo Asia-Nudelbar, als Peez das intensiv türkis-grüne Röhrchen herausholt. „Ja, das hat funktioniert“, bewertet Peez das Ergebnis, während er das Reagenzglas mit einer Farbtabelle vergleicht. Nach einem weiteren Kontrollblick kommt er zum Fazit. „Das Chili ist wirklich sehr scharf und es schmeckt auch noch.“

Zufrieden strahlen die Nguyens und fühlen sich in ihrem Vorhaben doppelt bestätigt: „Wir wollen mit unseren selbstgemachten Soßen eine eigene Produktion aufmachen. Aber wir suchen noch einen Partner, der uns das in Flaschen abfüllt“, sagt Inhaberin Nguyen.

Den ersten Kunden haben sie bereits. Denn das restliche Sambal Oelek nimmt Peez mit.

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