Städte und Dörfer in Rhein-Main

29 Kalender: Taxifahrer knipst Rhein-Main-Gebiet

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Taxifahrer Petrus Bodenstaff fährt durch die Region und fotografiert dabei alles Sehenswerte. Aus den Bildern macht er Kalender.

Region Rhein-Main – Petrus Bodenstaff fährt mit seinem Taxi durch die Region und fotografiert alles, was ihm vor die Linse kommt. Aus den Fotos lässt er Kalender fertigen. Mittlerweile hat er 29 Städte und Dörfer abgelichtet. Von Christian Reinartz

Er sieht das Rhein-Main-Gebiet wie durch das Guckloch seiner Kamera. Immer ein mögliches Motiv vor Augen. Dass Petrus Bodenstaff Taxifahrer ist, ermöglicht ihm überhaupt erst, die ganz Region quasi nebenbei abzulichten. „Wenn ich einen Fahrgast irgendwo absetzen muss, schaue ich mir danach kurz die Gegend an“, sagt Bodenstaff. Sieht er lohnende Motive, notiert er sie sich oder schießt sie mit seiner Vollformat-Canon, bei passendem Wetter, gleich ab.

29 Kalender

Aus ehemals einem Frankfurt-Kalender vor vier Jahren sind mittlerweile 29 geworden. Bodenstaff hat fast die ganze Region vom Taunus über Frankfurt samt Stadt und Kreis Offenbach fotografiert. Und aus den besten Motiven Kalender gemacht, die er in örtlichen Buchhandlungen und anderen Geschäften auf Kommission verkauft. Sein Geheimnis: „Immer nur eine kleine Auflage bestellen.“ Maximal 50 bis 100 Kalender lässt Bodenstaff etwa für Kleinstädte wie Langen oder Kronberg oder die Frankfurter Stadtteile herstellen. „Dann bleibt auch nix liegen“, sagt der Taxifahrer. Denn das große Geld kann und will er mit seinen Kalendern nicht machen. Das erkennt man an den Preisen, die der gebürtige Holländer für seine Wandkalender aufruft. Zwischen zehn und 13 Euro kostet einer. „Im Grunde soll sich das ganz nur irgendwie für mich rechnen“, sagt er. „Das ist mein Hobby, das macht mir Spaß.“

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Große Kunst sieht er in seinen Fotografien nicht. Außergewöhnliche Perspektiven oder aufwendige Bildbearbeitungen sucht man in seinen Kalendern vergeblich. „Das wollen die Menschen da draußen auch gar nicht. Die wollen ihre Umgebung einfach wiedererkennen“, ist Bodenstaff sicher. So manch ein designbegeisterter Buchhändler habe auch schon das vermeintlich zu große Kalendarium moniert. „Aber so kann man sich wenigstens auch ein Kreuzchen in den Kalender machen und auf den ersten Blick sehen, ob ein Arzttermin ansteht.“ Der Erfolg seiner Kalender gibt Bodenstaff Recht und bestärkt ihn, sein Kalender-Hobby weiter voranzutreiben. „Im nächsten Jahr kommen noch fünf Städte dazu“, sagt der Taxifahrer: „Dann sind es 34 Kalender.“

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