Bis das Taxameter glüht

Von Axel GrysczykNeu-Isenburg - Seit 30 Minuten wartete Renate Schmidt auf ein Taxi. Ihren Mann hatte die 60-Jährige im Frankfurter Uniklinikum besucht, an jenem Sonntag als in Frankfurt 20.000 Läufer Marathon liefen. Rund 14 Euro würde die Fahrt ins heimische Neu-Isenburg kosten.

Das wusste sie, war sie doch die Strecke bereits mehrfach gefahren. Dann endlich kam das Taxi und die Odyssee begann.

"Wir fuhren kreuz und quer durch Frankfurt. Als wir wieder vor einem Absperrgitter für die Marathon-Läufer landeten, stieg der Taxifahrer aus und fragte einen Polizisten nach dem Weg", erzählt Renate Schmidt. Sie habe gemerkt, dass ihr Chauffeur sich überhaupt nicht auskannte. Als sie über mehrere Autobahnen kurvten, habe sie sich lautstark beschwert. Schmidt: "Dann hat er gesagt, ich könnte sofort aussteigen, wennâ??s mir nicht passt." Rund 45 Minuten dauerte die Irrfahrt. Dann folgte weiteres Ungemach.

"Die Fahrt hat mich 36 Euro gekostet. Ich hatte mit rund 14 Euro gerechnet. Das fand ich nicht gerechtfertigt", berichtet Schmidt und fügt hinzu: "Der Fahrer bot mir an, mich zu beschweren und gab mir eine Nummer. Das habe ich dann sofort gemacht. Ich will einen Teil des Geldes zurück."

Ihr wurde empfohlen, den Sachverhalt per E-Mail schriftlich einzureichen. Das tat sie, doch dann geschah zehn Tage nichts. Bis sie den EXTRA TIPP einschaltete.

Noch am selben Tag tut sich etwas in dem Fall. Albert Schmidt, im Vorstand des Frankfurter Taxiruf, kann den Fahrgast beruhigen. "Der Fall von Frau Schmidt ist bei uns dokumentiert. Jetzt werden wir den betroffenen Fahrer vorladen und uns die Geschichte aus seiner Sicht erzählen lassen", erklärt er. Wenn ein unangemessenes Verhalten des Fahrers vorliege, werde dem Fahrgast ein Teil des Preises zurückerstattet. Doch dies müsse zunächst geprüft werden. Und wenn er sich ein abschließendes Urteil gebildet habe, werde Frau Schmidt auch informiert. Aber dies könne dauern. Albert Schmidt: "Wir haben pro Tag bis zu 15.000 Fahrten. Da kommt es schon einmal vor, dass unterschiedliche Auffassungen zwischen Fahrer und Fahrgast entstehen. Ist es soweit, kümmern wir uns darum - in jedem Fall, auch bei Frau Schmidt."

Renate Schmidt ist gespannt und will jetzt abwarten. Aber die Hauptsache es tut sich was. Schmidt: "Mir gehtâ??s ums Prinzip."

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