Taunus: Hier passieren die meisten Wildunfälle

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So viele Unfälle gab es bereits: Seit 2007 gab es allein zwischen Schneidhain und Fischbach 36 Wildunfälle.

Taunus – Hirsche auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen, Rehe auf Nahrungssuche: Die Tiere werden dabei oft unvorsichtig. Im Herbst kommt es deshalb besonders oft zu Unfällen mit Wild. Vor allem im ländlichen Taunus gibt es Strecken, an denen es immer wieder kracht. Von Julia Renner

„Im Taunus gibt es viele Wildunfall-Strecken“, sagt Siegfried Schlott von der Polizeidirektion Hochtaunus. 522 Unfälle mit Wild gab es im vergangenen Jahr allein im Hochtaunus. Im Main-Taunus-Kreis waren es 206. „In den seltensten Fällen kommen dabei auch Personen zu Schaden“, sagt Schlott. Die angefahrenen Tiere sterben jedoch in den meisten Fällen.

Die drei Straßen, auf denen die meisten Wildunfälle passieren, sind die L3369 zwischen Ruppertshain und Königstein, die L3016 zwischen Ruppertshain und Fischbach und die B 455 zwischen Fischbach und Schneidhain. Vor gut zwei Jahren wurden dort deshalb schon Wildwarnplakate angebracht. Insgesamt sechs Schilder sind es, auf denen alle sechs Monate die Zahl der Unfälle auf der jeweiligen Strecke aktualisiert werden. Damit sollten die Autofahrer sensibilisiert werden, heißt es bei der Stadt Kelkheim, die das Projekt betreut.

Um die Zahl der Unfälle zu reduzieren, kommen auch immer häufiger sogenannte Duftzäune zum Einsatz. So auch auf der B275 zwischen Usingen und Merzhausen. Auf einer Strecke von etwas mehr als zwei Kilometern je Straßenseite wurden im April Duftdepots angebracht. Diese enthalten die Gerüche von Bär, Wolf, Luchs und Mensch und sollen so Rehe, Wildschweine & Co. von der Straße fernhalten. Zwischenbilanz lasse sich jetzt noch nicht ziehen, sagt Simone Klamt vom Hochtaunuskreis. Zwei Jahre soll der Duftzaun bleiben. Wenn sich die Unfallzahlen in dieser Zeit reduziert haben, könnte das Projekt Duftzaun ausgeweitet werden. Thomas Bender vom Forstamt Königstein glaubt, dass solche Duftzäune „der Sache dienlich sein könnten“. Eine Ausweitung wäre seiner Meinung nach sinnvoll. Um Wildunfälle zu vermeiden, helfe allerdings vor allem eins: „Langsam fahren“, sagt Polizist Siegfried Schlott.

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