Im Taunus dürfen Autos auch weiterhin qualmen

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Im Vordertaunus und im Main-Taunus-Kreis gibt es keine Beschränkungen. Hier darf jedes Auto durch die Städte rollen.

Taunus – Wer in der Frankfurter Innenstadt Auto fahren will, braucht eine grüne oder gelbe Plakette am Wagen. Ab 2012 dürfen sogar nur noch Autos mit grüner Plakatte in der Umweltzone unterwegs sein. Viele Taunus-Städte hatten auch über die Einführung einer Umweltzone nachgedacht. Doch daraus wird nichts. Von Julia Renner

„Hin und wieder ist das mal Thema“, sagt Friedrichsdorfs Bürgermeister Horst Burghardt über die Einführung einer Umweltzone. Er weiß, dass es nur etwas bringt, wenn eine solche Zone möglichst großräumig umgesetzt wird, sagt er. „Wir haben das ein bisschen aus den Augen verloren“, gibt Burghardt zu. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass es auch in Friedrichsdorf mal eine Umweltzone geben wird. Konkrete Planungen gibt es aber nicht.

Das ist auch in Eschborn so. „Es gibt derzeit keine Überlegungen“, heißt es bei der Stadt. In Bad Soden ist das Thema ebenso „nicht relevant“. Auch in Hofheim gibt es „keine konkreten Absichten“, wie Stadtrat Wolfgang Winckler sagt. Die Überlegung habe es zwar mal gegeben. Doch diejenigen, die aus den Stadtteilen ins Zentrum fahren und sich kein neueres Auto leisten könnten, würden dadurch abgeschnitten.

Die Stadt Kelkheim hat sich mit einer Umweltzone zumindest schon auseinander gesetzt. Anhand des Verkehrsaufkommens hat die Verwaltung jedoch festgestellt, dass es keinen Bedarf gibt. Selbst, wenn ungünstige Voraussetzungen wie viel Verkehr und dichte Bebauung herrschen, gebe es mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ keine Grenzwertüberschreitungen. Damit dürften „die rechtlichen Voraussetzungen für die Einrichtung einer Umweltzone nicht gegeben“ sein.

Umweltzone bringt etwas

Hans-Joachim Menius vom NABU-Kreisverband Main-Taunus würde es begrüßen, wenn die Umweltzone von Frankfurt in den Taunus ausgeweitet würde. Er findet es schade, dass das Thema im Taunus eingeschlafen ist. Menius würde sich wünschen, dass prinzipiell in allen Städten Autos nur mit Plakette fahren dürften.

Prof. Dr. Joachim Curtius ist Experte am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Frankfurter Goethe-Uni. Er sagt: „Generell gilt: Je größer, desto besser.“ Eine Ausweitung der Umweltzone würde sich also lohnen. Dann jedoch mindestens hessenweit. Trotzdem bringe die Umweltzone in Frankfurt etwas. Denn gut ein Drittel der schädlichen Abgase werde direkt an der Straße produziert. Dabei könnte ein Teil durch entsprechende Filter in Diesel-Fahrzeugen schon vermieden werden.

Es spricht fast nichts gegen eine Umweltzone im Taunus“, sagt Olaf Jahnke, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Main-Taunus-Kreis. Es laufe auch in Frankfurt nicht alles perfekt. „Aber es ist der Gesundheit zuträglich.“ Für die Grünen bleibe eine Taunus-Umweltzone weiter Thema. „Ich sehe keinen Grund, warum das Vorhaben zum Stillstand kommen sollte.

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