Buchungen brechen 2009 zweistellig ein – Rhein-Main-Gebiet besonders hart betroffen

Tagungshotels stecken tief in der Krise

Erstklassigen Service bietet das Kempinski-Hotel Gravenbruch Frankfurt.

Rhein-Main - Frankfurt – Stell dir vor, es ist Messe, und keiner geht hin. Nun, ganz so schlimm ist es zwar noch nicht. Fakt ist aber, dass beispielsweise die Besucherzahlen der IAA 2009 deutlich unter denen des Vorjahres lagen. Parallel dazu sind auch die Hotelbuchungen in und um Frankfurt merklich zurückgegangen. Und im Hinblick auf die nahende Buchmesse sind die Prognosen nicht besser. Von Frederick Bausch

Björn Volz, Verkaufs- und Marketing-Direktor des Kempinski Hotel Gravenbruch, erklärt: „Seit Ende 2008 spüren wir die Wirtschaftskrise deutlich. Wir haben im ersten Halbjahr 2009 Einbrüche von gut 18 Prozent erlitten. Gründe dafür gibt es viele. Da die Firmen ihre Budgets immer weiter kürzen, leiden besonders die Vier- und Fünf-Sterne-Hotels unter den Sparmaßnahmen. Für Mitarbeiter werden eher Zimmer in Hotels niedrigerer Kategorien gebucht. Unser Hotel liegt zudem einige Kilometer außerhalb Frankfurts. Deshalb ist es doppelt schwierig, die Gäste, in die Vororte zu ziehen, zumal die Anzahl der Hotels im Stadtgebiet Frankfurt stetig ansteigt.“ Diesen Trend bestätigt auch Stefanie Heckel, Pressesprecherin des Hotelverbands Deutschland: „In der Tat sind bundesweit vor allem Business-Hotels im Luxus-Segment betroffen. Sinkende Auslastungsquoten und Durchschnittspreise machen den Häusern schwer zu schaffen. Gravierend ist auch der Rückgang bei den ausländischen Gästen. Hier lag der Wert um 8,2 Prozent unter dem des Vorjahres.“

Doch wie steuern die Hotels dagegen, um ihre Häuser auch in schwierigen Zeiten durch die Krise zu steuern? Angelika Heyer, Direktorin Unternehmenskommunikation der Steigenberger Hotelgroup sagt: „Wir halten nicht mit Dumping-Preisen dagegen. Darüber sind wir uns innerhalb der Branche einig. Wir bieten attraktive Pakete an, die zusätzlichen Service mit einschließen – so genannte Add-ons – sei es ein schickes Gänge-Menü oder ein Mietwagen, für die der Gast sonst extra zahlen müsste.“

Die deutsche Hotellerie blickt trotz aller Unbill leicht optimistisch ins kommende Jahr. Volz: „2009 haben wir abgehakt. Jetzt tun wir alles dafür, dass es 2010 wieder aufwärts geht. Für die Kempinski-Häuser machen wir deutschlandweit aggressiv Werbung. Aber vor allem werden wir unseren Gästen weiterhin erstklassigen Service und ein optimales Preis-/Leistungsverhältnis bieten. Das ist und bleibt das Wichtigste.“

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