Und täglich grüßt das Rentier

Er hat es geschafft. Frank Zaubitzer, hat das Ziel seiner über 3000 Kilometer langen Abenteuer-Radtour erreicht: Das Nordkap. Von Dirk Beutel

Frei laufende Rentiere sind in Skandinavien keine Seltenheit.

Ich habe nie gezweifelt, dass ich mein Ziel erreichen werde. Weil ich vor allem trotz des schlechten Wetters gut vorankam, wusste ich, dass ich es schaffen werde.“ Ein paar Tränen kann Frank Zaubitzer aber dann auch nicht zurückhalten, als sein großer Moment gekommen war. Nach 35 Tagen hat der 52-Jährige das Nordkap erreicht – mit dem Fahrrad. Der gelernte Instandhaltungsmechaniker war vor 35 Tagen in Offenbach gestartet, um sich endlich seinen lang gehegten Jugendtraum zu erfüllen. Den hat Zaubitzer zusätzlich mit einer Spendenaktion kombiniert, um die berufliche Förderung und Qualifizierung von behinderten Jugendlichen in der Frankfurter Ernst-Reuter-Schule finanziell zu unterstützenFrank Zaubitzer startet zu seiner Abenteuer-Tour: "Für den guten Zweck: Radeln zum Nordkap"

Während seiner Reise hatte der Abenteuer-Radler vor allem mit dem Wetter in Skandinavien zu kämpfen. „Stur den Blick nach unten gerichtet, ziehe ich meine einsame Bahn durch die Pfützen. Die einzigen Begleiter, welche ich heute habe, sind Massen von Regenwürmern, welche todesmutig die Fahrbahn wechseln wollen“, schreibt Zaubitzer in seinem Reisetagebuch, das er auf seiner Internetseite www.fernwehtour.de(dort ist auch mehr über das soziale Projekt zu erfahren) veröffentlicht hat.

Auch nicht immer einfach im weitläufigen Skandinavien: Immer ein Hotel für die Nacht zu finden: „Auch wenn es schwer fällt bei dem Wetter los zu fahren möchte ich wenigstens bis Skelleftea kommen und mir dort wieder eine feste Unterkunft suchen. Denn bei drei Grad, Wind bis Sturm und Regen – das haut selbst den härtesten Camper um. Die ersten Kilometer waren noch richtig gut, doch dann kam der Regen und der Wind wurde noch heftiger, so dass es schwer war, überhaupt noch die Spur zu halten.“

Eine seiner zahlreichen Stationen: Die Helgelandbrücke in Norwegen.

Umso größer das Hochgefühl, als Zaubitzer seinem Ziel Stück für Stück immer näher kommt. Eine wichtige Station ist der Polarkreis bei Rovaniemi. Dort soll der Weihnachtsmann seinen Sitz haben, das hat auch Zaubitzer feststellt: „Das Santa Claus Village ist ein riesen Touristen-Gag mit Kitsch und Kuhn zu horrenden Preisen. Aber die Japaner freut es.“

Insgesamt hat der Abenteuerradler 3056 Kilometer in 35 Tagen geschafft, dabei 24.860 Höhenmeter überwunden, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 15 Stundenkilometern. Etwa 200 Stunden hat Zaubitzer im Sattel verbracht. Nach eigenen Angaben sind bislang 1235 Euro für sein soziales Projekt gespendet worden. „Damit bin ich noch nicht zufrieden. Ich erhoffe mir, noch etwas mehr für das Projekt zusammen zu bekommen.

Neben dem Nordkap selbst war vor allem Lappland mit den Übernachtungen in einem Goldgräbercamp und am Inarisee sein persönlicher Höhepunkt. Und: So sicher wie der Regen, waren in Skandinavien auch seine Begegnungen mit frei laufenden Rentieren.

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