Imker Rüdiger Wesemann wagt etwas Neues

Bienen auf dem Oberurseler Rathaus

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Imker Rüdiger Wesemann zeigt auf dem Oberurseler Rathausdach eine Wabe mit seinen Bienen. Erster Stadtrat Christof Fink schaut ihm nteressiert über die Schulter.

Oberursel – Seit 32 Jahren ist Rüdiger Wesemann bereits Imker aus Leidenschaft. 28 Bienenvölker nennt das Mitglied im Bienenzuchtverein Obertaunus sein Eigen. An Erfahrung im Umgang mit Bienen fehlt es ihm also nicht. Von Norman Körtge

„Dass hier ist aber auch was Neues für mich“, erzählt Wesemann. Denn er steht nicht irgendwo auf dem Feld, in einem Garten oder einem Waldstück, sondern auf dem Dach des Oberurseler Rathauses.

„Es ist ein schönes, summendes Symbol“, freut sich Erster Stadtrat Christof Fink über die drei Bienenvölker mit geschätzten 50.000 Tieren, die seit einigen Tagen über seinem Kopf leben. „Wir wollen am Beispiel der Bienen die Bedeutung von Natur, auch gerade im städtischen Bereich, aufzeigen und die Bevölkerung für das Thema Biodiversität sensibilisieren“, ergänzt der Stadtrat.

Bienen wichtige Nutztiere

Die Bienen seien nach Schwein und Rind das drittwichtigste Nutztier für den Menschen, erklärt Wesemann. Denn Bienen liefern nicht nur Honig, sondern leisten auch einen erheblichen Beitrag zur Bestäubung vieler Nutz- und Wildpflanzen. Sie tragen damit aktiv zum Erhalt der Artenvielfalt bei, da viele Pflanzen befruchtet werden, Samen und Früchte bilden, die wiederum zahlreichen Tierarten als Nahrungsgrundlagen dienen.

Dass seine Bienen in Oberursel genügend Nahrung für sich selbst finden, davon ist Wesemann überzeugt. Auf Balkonen oder in Gärten, sowie auf städtischen Grünflächen oder begrünten Verkehrsinsel, würden sie genügend finden. Wegen der vielen Blumen und Pflanzen lieben Bienen auch Friedhöfe, berichtet Iris Seehusen, Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Obertaunus.

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Bis zu 60 Kilogramm Honig könnten die Rathaus-Bienen im Jahr produzieren, meint Imker Wesemann. Festlegen mag er sich darauf aber nicht. Noch fehlt ihm hier die Erfahrung.

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