Sie suchen die schönste Frau im Mann

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Auch „du“ kannst es werden, sagt Drag Queen Lora Vicious mit dem ausgestreckten Zeigefinger. Sie und Jessica Walker suchen Frankfurts neue Drag Queen.

Frankfurt – Glitzer, Glamour und Stöckelschuhe ab Größe 40: Das allein macht einen Mann nicht zur Drag Queen. Humor und Extravaganz gehören auch dazu. Das wissen Frankfurts Drag-Stars Lora Vicious und Jessica Walker genau. Von Jennifer Dreher

Die beiden führen am nächsten Freitag mit spitzer Zunge durchs Programm bei Hessens größtem Drag-Queen-Contest „Diva Deluxe 2011“ im Frankfurter Club Pulse.  Groß, funkelnd, elegant: Wenn Jessica Walker den Raum betritt, sind alle Blicke auf sie gerichtet. Bewunderung, Irritation und Neugier begegnen ihr auch nach über einem Jahrzehnt Drag-Queen-Dasein. „Sind die Brüste echt?“, fragen sie die meisten. Aber nicht nur das brennt dem Publikum auf der Seele, wie die Frankfurterin Lora Vicious beipflichtet: „Häufig wollen die Leute auch wissen, wo ich ihn mir hin stecke und ob man mich mal anfassen kann.“ Ob anfassen erlaubt ist, entscheidet sie von Fall zu Fall, aber eins sei klar „die Vicious-Zone“ bleibe tabu. Bei den Brüsten, die bei Drags nie echt sind, mache sie mal eine Ausnahme.

Walker: "Allein das Schminken ist eine Kunst"

Wer bei solchen Fragen zickig oder beleidigt reagiert, hat sich die falsche Kunst ausgesucht. Und als solche sehen die beiden Frankfurter ihre Leidenschaft. „Man schlüpft eine andere Rolle. Allein das Schminken ist eine Kunst für sich, aber auch einen komplett anderen Charakter zu erfinden“, berichtet Walker. Sie gilt als Frankfurter Ur-Gestein der Drag Queens. Seit 1997 schlüpft Jens, wie Walker wirklich heißt, in Frauenkleider und hat den Look von Jessica Walker, die er seit zehn Jahren verkörpert, perfektioniert.

Noch in den Kinderschuhen werden hingegen einige der Teilnehmer stecken, die sich am Freitag beweisen werden. Nach der großen Eröffnungs-Show von Vicious und Walker dürfen die zehn Kandidaten jeweils vier Minuten lang ihr Können präsentieren. „Ob sexy Bügeln im Fummel, Tanzeinlage oder Comedy-Sketche, das ist ganz allein den Bewerbern überlassen“, sagt Steffen Lopens, Event-Manager im Pulse. Er hat es auch geschafft, Transnormal-Inhaberin Manuela Mock und die bekannte Frankfurter Chirurgen-Witwe Tatjana Gsell für die Jury zu verpflichten.

Die Frankfurter Siegerin stöckelt nach Berlin

Bereits jetzt tobt unter den Kandidaten im Internet ein Kampf um die Gunst des Publikums. „Ein bisschen Zicken-Alarm gehört doch dazu“, so Lopens. Die Siegerin darf im April direkt nach Berlin stöckeln zum europäischen Drag-Queen-Wettbewerb. Los geht‘s im Pulse, Bleichstraße 38, am Freitag, 28. Januar, um 22 Uhr. Männer in Kleidern sind willkommen. Der Eintritt ist wie immer frei.

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