Auf der Suche nach Erleuchtung wird auch mal im Internet gesurft

Aus einem niedrigen Durchgang tritt ein Mönch, ganz in ein orangenes Tuch gehüllt, kahlrasiert, barfuß.

Er reicht die Hand, die Reise in die wundersame Welt der thailändischen Mönche von Götzenhain beginnt.

Er und seine drei Glaubensbrüder sind wider Erwarten ganz locker drauf, witzeln und machen Späße. Nur Deutsch sprechen sie nicht. Das müssen Dolmetscher Lat und seine Freundin Jane übernehmen. Beide sind gläubige Buddhisten und man merkt ihnen die Hochachtung an, mit der sie den Mönchen begegnen. Pramaha Tongpun und sein Kollege Pramaha Matcharin nehmen das gelassen. "Wir sind auch nur normale Menschen, nur haben wir uns eben für das Mönchsein entschieden." Sie sind nach Deutschland gekommen, um der Gemeinde im Götzenhainer Tempel, der schon seit 15 Jahren besteht, eine Stütze zu sein. "Wir beraten die Leute in allen Lebensfragen und hören ihnen zu", erklärt Tongpun.

 Aber auch mit Ratschlägen sind die weisen Mönche nicht geizig. "Ich war früher ein schlimmer Junge", erinnert sich der 21-jährige Lat: "Dann bin ich in den Tempel gegangen und die Mönche haben mir gesagt, wie ich mein Leben positiv verändern kann. Jetzt gibt mir das Beten Ruhe und Kraft."

Mit Beten meinen die Buddhisten allerdings etwas anderes, als es sich Christen gemeinhin vorstellen können. Sie meditieren gemeinsam, singen mit sonorer Stimme althergebrachte Merksprüche und Weisheiten, mehrere Stunden am Tag. Ihr Ziel: Die Erleuchtung finden, um ins Nirvana ("Nichts") zu kommen.

Die Götzenhainer Mönche sind wie ihre Glaubensbrüder auf der ganzen Welt besitzlos. In Asien gehen sie deshalb von Haustür zu Haustür und sammeln Essen ein, das ihnen Gläubige spenden. In Götzenhain übernimmt das die Buddhistische Gemeinde. "Aber wir laufen auch manchmal im Ort herum und bekommen Essen geschenkt", erklärt Matcharin. Die Götzenhainer hätten sich mittlerweile an sie gewöhnt. "Manchmal stehen die Leute schon draußen, um uns etwas leckeres zu geben."

Mönchsein bedeutet nicht, wie in vergangenen Jahrhunderten zu leben, betonen sie: "Wir surfen im Internet oder fahren in den Zoo." Ebenso kümmerten sie sich um den Papierkram und die Verwaltung im Büro des Tempels.

Heimweh haben die Brüder auch â?? nach Thailand. Dennoch bleiben sie erstmal in Götzenhain: "Es gibt noch viel zu tun."

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