Wenn Uni ist und keiner kommt

Asta Gegen Anweisenheitspflicht in der Vorlesung

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Allein im Hörsaal: Asta-Vorstand Jonas Erkel will, dass Studenten selbst entscheiden, ob sie zur Uni gehen.

Frankfurt – Schüler müssen zur Schule, Arbeitnehmer zur Arbeit, aber Studenten nicht zur Uni. So wünscht es sich zumindest Jonas Erkel vom Allgemeinen Studentenausschuss (Asta) der Uni Frankfurt.  Von Jennifer Dreher

Diese Empfehlung hat kürzlich der Senat der Uni, in dem der Asta vertreten ist, an die einzelnen Fachbereiche gegeben. „Und wenn niemand zur Uni geht, dann ist das wenigstens mal ein Zeugnis über die Qualität der Lehre“, sagt Erkel, der selbst Politik, Geschichte und Philosophie studiert. Er sehe keinen Grund dafür, die Anwesenheit zu erzwingen. „Es gibt Studenten, die 40 Stunden pro Woche arbeiten und nebenher noch studieren. Die können gar nicht in die Vorlesungen gehen“, argumentiert er.

Doch ein Großteil hat Zeit, wie der Hamburger Bildungsforscher Rolf Schulmeister in einer aktuellen Studie herausgefunden hat. Der Aufwand für die Uni liegt bei Bachelor-Studenten im Schnitt bei 26 Stunden pro Woche.

Gute Vorlesungen sind auch immer gut besucht

Doch um Zeit allein geht es Erkel nicht. „Es sollte Freiheit herrschen und kein Zwang. Wer alleine besser lernt, als in der Vorlesung, dem sollte das auch erlaubt sein. Und physische Anwesenheit allein bedeutet nicht, dass der Student auch wirklich zuhört und mitarbeitet“, sagt der 25-Jährige. Aus Erfahrung weiß er: „Wer keine Lust auf eine Vorlesung hat, der lässt sich von anderen eintragen. Gute Vorlesungen und Seminare sind auch immer gut besucht.“

Daher hofft er, dass die Fachbereiche, die demnächst an ihren Studienordnungen arbeiten, die Empfehlung des Senats, komplett auf die Anwesenheitspflicht zu verzichten, umsetzen. „Es wird spannend, inwieweit sie sich darauf einlassen“, sagt Erkel.

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