Vergleich zu vor zehn Jahren

Studenten haben immer weniger Geld in der Tasche

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Aus ihrer leeren Geldbörse zückt eine Studentin den Studentenausweiß für das Sommersemester.

Frankfurt /Offenbach – Studenten müssen zum Sommersemester mehr für die Krankenversicherung zahlen. Die Frankfurter Studentenvertretung AStA schlägt Alarm: Innerhalb von zehn Jahren sind die Kosten für Studenten deutlich gestiegen. Der EXTRA TIPP vergleicht die Kosten 2001 und heute. Von Angelika Pöppel

Kosten im Sommersemester 2011 an der Goethe Universität

Paul Muster studiert im Sommersemsester 2011 an der Goethe Universität in Frankfurt und zahlt 294,50 Euro Semestergebühren für sechs Monate. Er bekommt vom BaföG-Amt 450 Euro im Monat Unterstützung, den Durchschnittswert des Förderbetrags in Hessen. In einem Semester stehen ihm somit 2700 Euro zur Verfügung. Davon zahlt er die Miete für 25 Quadratmeter im Studentenwohnheim – 220 Euro im Monat. Da Paul über 25 Jahre alt ist, zahlt er für die studentische Krankenversicherung monatlich 77,90 Euro. Im Durchschnitt hat Paul Muster also 103 Euro im Monat zum Leben.

Kosten im Sommersemester 2001 an der Goethe Universität

Hätte er aber vor zehn Jahren, im Sommersemester 2001 an der Frankfurter Uni  studiert, hätte er im Monat rund 182 Euro, beziehungsweise 355 DM übrig. Denn vor zehn Jahren bekamen Studenten zwar nur 376 Euro (735 DM) BaföG im Monat, dafür war die Semestergebühr, die Wohnung und die Krankenversicherung günstiger.

Kosten im Sommersemester 2011 an der HFG in Offenbach

Paul Muster studiert im Sommersemsester 2011 an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach und zahlt 210,20 Euro Semestergebühren für sechs Monate. Er bekommt vom BaföG-Amt 450 Euro im Monat Unterstützung, den Durchschnittswert des Förderbetrags in Hessen. In einem Semester hat er somit 2700 Euro. Davon zahlt er die Miete für 25 Quadratmeter seiner Einzimmerwohnung – 200 Euro im Monat. Da Paul über 25 Jahre alt ist, zahlt er für die studentische Krankenversicherung monatlich 77,90 Euro. Im Durchschnitt hat Paul also rund 137 Euro im Monat zum Leben.

Kosten im Sommersemester 2001 an der HFG in Offenbach

Hätte Paul Muster aber vor zehn Jahren, im Sommersemester 2001 an der HfG in Offenbach studiert, hätte er im Monat rund 211 Euro, beziehungsweise 413 DM übrig. Denn vor zehn Jahren bekamen Studenten zwar nur 376 Euro (735 DM) BaföG im Monat, dafür waren die Semestergebühr, die Wohnung und die Krankenversicherung günstiger.

Beitrag zur studentischen Krankenversicherung gestiegen

Zuletzt ist der Beitrag zur Krankenversicherung nämlich für alle Studenten über 25 Jahren um rund zwölf Euro gestiegen. Der BaföG-Satz wurde zwar angepasst, doch: „Die Erhöhung trifft jeden Studenten, auch die, die kein BaföG bekommen“, sagt Christiane Wolkenhauer von der AStA in Frankfurt. Somit verfügen Studenten über genauso viel oder sogar weniger Geld, als vorher. Folgen: „Ohne die Unterstützung der Eltern oder einen Nebenjob ist ein Studium heute nicht möglich“, sagt Wolkenhauer. Doch die Vorlesungszeiten der neuen Bachelor-Studiengänge lassen kaum Platz für eine Nebentätigkeit.

Nur wenige bekommen den BaföG-Höchstsatz

Studierende die den BaföG-Höchstsatz erhalten, stehen deutlich besser da: Wenn Paul Muster 2011 den Höchstsatz (670 Euro) an der Universität in Frankfurt  erhalten würde, blieben ihm 323 Euro im Monat übrig. Im Jahr 2001 hätte er mit dem Höchstsatz von 585 Euro stolze 391 Euro (821 DM) zum Leben ausgeben können.

Aber nur 40 Prozent der Studenten in Hessen haben Anspruch auf den Höchstsatz, sagt Ulrike Schedding-Kleis vom Statistischen Landesamt Hessen. Deshalb fordert der AStA: „Der BaföG-Satz muss für alle Studenten angehoben werden.“

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