Stromer haben´s im Rhein-Main Gebiet noch schwer

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GBM-Fahrer Karlheinz Vogel betankt seinen strombetriebenen Dienstwagen.

Region Rhein-Main – Die Nachfrage nach Elektroautos hält sich in Grenzen. Zu teuer sind die Stromer in der Anschaffung. Auch die Kommunen im Rhein-Main-Gebiet scheuen sich noch, ihre Fuhrparks auf elektrischen Betrieb umzustellen. Von Dirk Beutel

Es sollen mehr Elektroautos auf die Straße. Aber die Stromer sind in der Anschaffung noch zu teuer und es scheint sich hartnäckig das Gerücht zu halten, dass solche Modelle einfach mal auf der Straße stehen bleiben könnten. „Solche Argumente können wir allerdings nicht nachvollziehen“, sagt Christine Wüst von der Pressestelle der Regionalen Projektleitstelle Elektromobilität in Offenbach, die sich um das Etablieren der neuen Technik kümmert und Akzeptanz in der Bevölkerung schaffen soll. Wie überzeugt man also? Das Stichwort lautet Flottenlösung. Kommunen und Unternehmen sollen ihre Fuhrparks mit Stromern bestücken und so oft es geht im Alltag nutzen.

Als Kommune im Rhein-Main-Gebiet geht Offenbach da mit gutem Beispiel voran: So ist der Dienstwagen des Magistrats (Mercedes B-Klasse) elektrobetrieben. Zusätzlich befinden sich 14 Fahrräder mit Elektro-Hilfsantrieb (Pedelecs) im Besitz der Stadtverwaltung. Auch innerhalb der SOH-Unternehmensgruppe steht man auf Strom: Die Gemeinnützige Baugesellschaft (BGO) besitzt zwei elektrisch betriebene Autos und 15 Pedelecs. Die Gebäudemanagement GmbH (GBM) nutzt ebenfalls zwei Elektroautos, die als Botenfahrzeuge genutzt werden. Bei der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) kommen zwei Elektrofahrzeuge und zwei Dienstpedelecs zum Einsatz.

Frankfurt hinkt mit Elektroautos hinterher. Dort organisieren und verwalten alle Dezernate ihre Fuhrparks selbst Auf Anfrage stellt sich heraus, dass etwa im Umweltamt sechs Erdgasfahrzeuge im Betrieb sind. Ebenso wie einer der drei Dienstfahrzeuge der Stadtkämmerei. Allerdings denke man über ein Stromfahrzeug für die Abwasserüberwachung nach. Etwas besser das Bild im Taunus: Bad Homburg unterhält 37 Fahrzeuge, darunter befindet sich ein Renault Kangoo Z.E. zwei Elektroroller und ein Hybrid-Fahrzeug der Marke Lexus, der meist für Termine von Oberbürgermeister Michael Korwisi genutzt wird. Dazu kommen zusätzlich fünf Pedelecs (Elektrofahrräder). Allerdings ist angedacht, für 2013 einen zusätzlichen Stromer anzuschaffen.

Auch die Mainova setzt lieber auf Erdgas

Ein Blick nach Oberursel offenbart ähnliches: Zwar unterhält die Stadtverwaltung 16 Fahrzeuge, von denen wenigstens ein Drittel mit Erdgas betrieben wird. Darunter auch der Mercedes-Dienstwagen von Bürgermeister Hans-Georg Brum, den er bereits seit 2009 fährt. Wohingegen aber keiner der 47 Fahrzeuge von Bau & Service Oberursel, einem Eigenbetrieb der Stadt Oberursel, mit einem alternativen Antrieb ausgestattet ist. Hofheim dagegen befindet sich noch in der Testphase. Der mit insgesamt 55 Fahrzeugen bestückte Fuhrpark besteht noch komplett aus Benzinern. Seit Juni 2010 werden von der Süwag zwei Pedelecs getestet, die vor allem im Stadtgebiet zu Dienstfahrten genutzt werden. Dazu stellte die Süwag noch einen Fiat 500 sowie die Mainova einen Mitsubishi „i-MiEV“ für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung, ebenfalls zu Testzwecken. Aber auch hier plane man für den Friedhofsbereich im nächsten Jahr zumindest ein Elektrofahrzeug anzuschaffen

Auch die Mainova setzt auf Gas. 219 der knapp über 800 Dienstfahrzeuge fahren mit dem alternativen Antrieb. Nur vier davon mit Strom. Vor allem bei Kastenwagen und Lkw bleibe man dem Benziner oder Diesel treu, da es für diese Fahrzeuge keine elektrischen Alternativen gebe. db

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