Strahlendes Lächeln auf vier Rollen

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Die zehnjährige Saron traute sich mit Hilfe von Sebastian Schulz sich auf das Skateboard zu stellen. Foto: got

Frankfurt – Ein Strahlen ist in Sarons Gesicht zu sehen, als sie die bunten Graffiti-Wände und die Rampen der Skateboard-Anlage unter der Friedensbrücke in Frankfurt erblickt. Solche Gefühlsregungen sind selten bei der Zehnjährigen. Sie ist Autistin. Von Silke Gottaut

Doch am Dienstag hat sie sichtlich Spaß. Auf einem Skateboard sitzend fährt sie grinsend die Rampe herunter. Schließlich traut sie sich sogar, sich mit Unterstützung auf das Board zu stellen.

„Sie macht sonst nichts von alleine“, sagt ihre Betreuerin Alexandra Lipinsky: „Aber hier geht sie voll auf und entdeckt alles selbstständig.“ Saron wird von der Lebenshilfe Frankfurt betreut. Für sie und 14 weitere Kinder war es ein aufregender Tag, denn sie durften bei einem Skateboard-Workshop für behinderte und nicht behinderte Menschen teilnehmen. „Es ist das erste Mal, dass es ein solches Projekt gibt, bei dem auch geistig behinderte Menschen mit machen können“, berichtet Projektleiter Sebastian Schulz von der ambulanten Lebenshilfe Frankfurt. Auf die Idee kam der 25-Jährige, weil er selbst seit 13 Jahren leidenschaftlicher Skateboard-Fahrer ist. Gerade befindet er sich noch im Anerkennungsjahr zum Sozialarbeiter, in dem er sich ausprobieren möchte. In Kooperation mit dem Skatershop Railslide Frankfurt gelang es ihm, seine Idee umzusetzen.

Bevor die Kinder aber los rollen dürfen, musste jeder einen Helm, Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschoner anlegen. Anschließend erklärte Schulz noch ein paar wichtige Regeln. Viele sind mutig, so auch der 17-jährige Jonathan, der es sogar schafft, alleine auf dem Brett zu fahren.

Die Begeisterung ist aber nicht nur in den Kinderaugen, sondern auch bei der Bereichsleitung der ambulanten Familienhilfe zu sehen. „Es ist einfach toll, wie die Kinder sich freuen“, sagt Petra Haillekes. Auch für Schulz war es ein voller Erfolg: „Es war ein super Tag, auch wenn ich nun ein wenig erschöpft bin.“ Das Schönste für ihn war, dass am Ende fünf Kinder allein auf dem Brett standen: „Einfach toll das zu sehen.“

Ein weiterer Skateboard-Workshop ist für den 7. August von zehn bis 14 Uhr an der Friedensbrücke geplant. Wer Lust hat teilzunehmen, kann sich per Email unter s.schulz@lebenshilfe-ffm.de anmelden.

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