Frankfurter Universitätsklinik testet neue Methode

Nicht hängen lassen: Stoßwellen bei Potenzschwäche

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Wenn selbst Viagra nicht mehr hilft: Immer öfter leiden auch jüngere Männer unter einer Potenzstörung. Eine neue Therapie verspricht jetzt Hoffnung.

Frankfurt –Neue Hoffnung für Männer mit Potenzstörungen. Die Uniklinik Frankfurt testet in einer Studie die Wirkung der Stoßwellentherapie. Sie soll dafür sorgen, dass die Durchblutung verbessert wird. Von Dirk Beutel

 Männer, aufgepasst! Vor allem diejenigen, die mit der Standfestigkeit ihres besten Stücks Probleme haben und sich trotz Viagra nichts regt. Die Urologen am Frankfurter Universitätsklinikum testen in einer neuen Studie die Wirkung der sogenannten Stoßwellentherapie bei Potenzstörungen. Mit ihr sollen sich neue Blutgefäße bilden und mit einer besseren Durchblutung die Erektion erhöhen.

Mit Stoßwellen werden Nierensteine zertrümmert

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Stoßwellen sind in der Medizin nichts Neues. Die Therapie wird bereits in anderen Bereichen erfolgreich verwendet. Bei höherer Intensität werden damit Nierensteine zertrümmert. Wendet man die Stoßwellen aber mit einer geringeren Dosis an, haben sie die Eigenschaft Gefäßneubildungen zu stimulieren. Diese Erkenntnis hat man seit einiger Zeit aus den Studien zu chronischen Durchblutungsstörungen des Herzens.

Jetzt könnten aber auch Männer mit Potenzproblemen von der Stoßwellen-Technik profitieren. Etwa die Hälfte aller Männer in Deutschland zwischen 40 und 70 Jahren kennen das Schreckgespenst Impotenz. „Doch auch Männer ab 35 Jahren werden mit diesem Problem konfrontiert“, sagt der Mediziner Prof. Dr. Frank Sommer, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit in Bad Homburg. „Vor 30 Jahren hatten wir weniger Erektionsstörungen. Aber der Leistungdruck in unserer Gesellschaft ist derart gewachsen, dass immer öfter auch jüngere Männer davon betroffen sind.“

Auch Männer ab 35 Jahren leiden unter Potenzschwäche

Meistens ist eine reduzierte Blutversorgung die Ursache. Was aber viele nicht wissen: Eine Erektionsstörung kann ein Vorbote für das Entstehen von Herzerkrankungen sein. „Nachdem jemand bei sich Erektionsstörungen festgestellt hat, besteht die Möglichkeit, dass er in ein paar Jahren Herzprobleme bekommen kann“, sagt Dr. Igor Tsaur . Der Oberarzt für Urologie an der Frankfurter Universitätsklinik betreut die Studie für die noch Teilnehmer gesucht werden.

Allerdings können nur Männer mitmachen, die seit mindestens drei Monaten in einer festen Beziehung leben und seit mindestens vier Wochen sogenannte PDE-5-Hemmer einnehmen, wie etwa Sildenafil, der Wirkstoff, der in Viagra enthalten ist, Vardenafil (Levitra) oder Tadalafil (Cialis), und mit dem Ergebnis dieser Behandlung nicht komplett zufrieden sind.

Wer an der Studie der Frankfurter Uniklinik teilnimmt, wird einmal die Woche an vier Sitzungen, jeweils 20 Minuten liegend mit einem Stoßwellengenerator behandelt. Ein kleiner Aufsatz wird an den Penis angedockt und überträgt mit elektrischen Impulsen Stoßwellen. „Die Therapie hat keine bekannten Nebenwirkungen und ist absolut schmerzfrei“, sagt Tsaur.

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